AKW-Debatte
Aargauer Verein fordert Flugverbotszone über Atomanlagen

Über den Atomanlagen im unteren Aaretal im Aargau soll aus Sicherheitsgründen eine Flugverbotszone mit einem Radius von fünf Kilometern errichtet werden. Das fordert der Aargauer Verein «Gekröpfter Nordanflug Nein».

Merken
Drucken
Teilen
Ein Flugzeug beim Nordanflug

Ein Flugzeug beim Nordanflug

Walter Schwager

Die Flugverbotszone solle für alle An- und Abflugrouten gelten, teilte der Verein am Freitag mit. Das Flugregime gekröpfter Nordanflug (GNA) und die neue Abflugroute Surbtal-Bözberg müssten daher aus dem Sachplan Infrastruktur Luft (SIL) für den Flughafen Zürich gestrichen werden.

Die beiden Flugrouten würden in unmittelbarer Nähe über die Atomreaktoren Beznau I und II, über das Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen AG sowie über das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen AG führen.

Der Verein reagierte mit den Forderungen auf die nukleare Katastrophe in Japan. Die Bevölkerung habe ein Anrecht auf «höchstmögliche Sicherheit der Kernanlagen», hält der Verein fest.

Man habe in Stellungnahmem immer wieder auf das Restrisiko hingewiesen, das bei An- und Abflugrouten in erhöhtem Masse vorhanden sei. Seit zehn Jahre kämpft der Verein gegen den riskanten gekröpften Nordanflug.

Präsident des Vereins ist Kurt Schmid, Gemeindeammann von Lengnau im Surbtal. Er ist CVP-Ständeratskandidat und Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes.

Auch Regierung hat Sicherheitsbedenken

Im November hatte der Aargauer Regierungsrat in einer Stellungnahme zum SIL-Sachplan sein Nein zum GNA bekräftigt. Der Regierungsrat machte vor allem Sicherheitsgründe geltend. Die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes nehme mit der Anzahl der Überflüge zu.

Im Rahmen des SIL-Prozesses werde die Anflugroute für den gekröpften Nordanflug über die Atomreaktoren in der Beznau und in Würenlingen in Richtung Nordgrenze geführt.

Der Regierungsrat wies auf eine Weisung des BAZL hin, wonach Flugzeuge im Instrumentenflug in einem Umkreis von 1,5 Kilometer um Kernanlagen eine Flughöhe von mindestens 1'000 Meter einhalten müssen.

Damit soll die vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) spezifizierte Sicherheit der AKW gegen einen Flugzeugabsturz gewährleistet sein.