Katzen
Aargauer Tierschutzverein: Kampf der Katzenexplosion

Der Aargauische Tierschutzverein will der drohenden Katzenverwilderung Herr werden. Denn in zehn Jahren setzt ein einziges Katzenpärchen theoretisch rund 80 Millionen Nachkommen in die Welt. Unmöglich!, sagt der Tierschutz.

Jörg Meier
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Immer mehr Katzen werden ins Tierheim gegeben (Archivbild)

Immer mehr Katzen werden ins Tierheim gegeben (Archivbild)

Keystone

Das Thema ist heikel. Besonders für den Kolumnisten. Deshalb wird er diesmal mit äusserster Sorgfalt zu Werke gehen. Es geht um Katzen. Genauer: um die unkontrollierte Katzenvermehrung. Das ist nämlich so: Angenommen, ein einziges, wild lebendes Katzenpaar bekommt zweimal im Jahr Nachwuchs (jeweils 4 bis 6 Junge pro Wurf), was durchaus der Realität entspricht, dann gibt es nach zehn Jahren theoretisch rund 80 Millionen Nachkommen dieses Startpaares. Alles verwilderte, verwahrloste Katzen.

Gegen diese unkontrollierte Katzenvermehrung muss dringend etwas unternommen werden. Nein, nicht das, was jetzt viele denken mögen. Das nun aber wirklich nicht. Nein, der Vorschlag kommt diesmal vom Aargauischen Tierschutzverein (ATs). Und der dürfte doch wohl ziemlich unverdächtig sein. Der ATs hat auch das mit den 80 Millionen Katzen ausgerechnet. Die schlimme Entwicklung kann nur mit gezielten Katzenkastrationsaktionen gestoppt werden. Jeder Katzenbesitzer, der sein Tier nicht kastrieren lässt, mache sich schuldig am Schicksal von Millionen verwilderter Katzen.

Wild lebende Katzen eingefangen und kastriert

Seit über zwanzig Jahren setzt sich der ATs gegen die Vermehrung unerwünschter Katzen ein. So ist das Team mehrmals wöchentlich mit 30 Fallen im Einsatz. Wild lebende Katzen werden eingefangen und kastriert. Alles in allem konnte der ATs im Jahre 2010 1519 Katzen zu einem besseren Leben verhelfen. Die Kosten von rund 150000 Franken wurden durch Spendengelder gedeckt.

Das ist zwar rühmenswert. Aber wenn die Katzenfreunde die Leute vom ATs nicht schleunigst bei ihren Kastrationsanstrengungen unterstützen, werden wir schon bald von herrenlosen, unglücklichen Katzen umzingelt sein. Und dann darf sich aber keiner wundern, wenn man dabei auf allerlei Ideen kommt.