Die Volksinitiative sei am Freitag an einem ausserordentlichen Parteitag in Suhr einstimmig beschlossen worden, teilten die Aargauer Schweizer Demokraten (SD) am Samstag mit. Mundart und Dialekt seien wichtige Bestandteile der Kultur und Identität.

Das Begehren trägt mit "JA für Mundart im Kindergarten" beinahe den gleichen Titel wie im Kanton Zürich. Die Initiative will im Schulgesetz verankern, dass im zwei Jahre dauernden Kindergarten grundsätzlich Mundart gesprochen wird.

Die Unterschriftensammlung beginnt gemäss den Schweizer Demokraten am 18. Juli. Damit im Aargau eine Volksinitiative zustande kommt, müssen innerhalb eines Jahres mindestens 3000 Stimmberechtigte das Begehren unterschreiben.

SD blitzte im Kantonsparlament ab

Im Aargau muss seit 2008 in der Hälfte des Kindergartenunterrichts Hochdeutsch gesprochen werden. Dies ist den Schweizer Demokraten ein Dorn im Auge. Der Aargauer SD-Grossrat René Kunz hatte bereits im Kantonsparlament eine Stärkung der Mundart in der Schule gefordert. Der Grosse Rat lehnte sein Postulat am 18. Januar mit 92 zu 31 Stimmen ab. Der Regierungsrat hatte den Vorstoss zur Ablehnung empfohlen.

Als dann Mitte Mai die Initiative «Ja zur Mundart im Kindergarten» im Kanton Zürich angenommen wurde, verspürte René Kunz Rückenwind. «Unser Ziel ist es, auch im Kanton Aargau eine solche Volksinitiative zu starten», sagte Kunz am Tag nach der Abstimmung  der az.

Mundart-Initiativen in Zürich und Basel-Stadt

Das Zürcher Stimmvolk hatte eine identische Volksinitiative am 15. Mai 2011 mit einem Ja-Anteil von 53,9 Prozent angenommen. Der Souverän setzte sich damit gegen den Kantons- und Regierungsrat sowie den Lehrerverband durch, die das Begehren abgelehnt hatten.

In Basel-Stadt wurde Mitte Mai sowohl eine Dialekt-Initiative wie auch ein Gegenvorschlag angenommen. In der Stichfrage siegte jedoch der Gegenvorschlag. Deshalb wurden Mundart und Hochdeutsch als "gleichwertige Lernziele" im Schulgesetz festgeschrieben.

Die SVP nimmt nach dem Erfolg weitere Kantone ins Visier. (sda/pi)