«Talk Täglich»
Aargauer Schulen: «Quarantäne ist leider Alltag geworden»

Der Bildungsdirektor und die Lehrerverbandspräsidentin sind sich weitgehend einig. Bestimmend seien aber Pandemie und Bundesrat.

Eva Berger
Drucken
Teilen

Am Dienstag sind fünf Klassen der Sekundarschule Zofingen in Quarantäne geschickt worden, nachdem ein Praktikant positiv auf die englische Variante des Coronavirus getestet wurde. Am Abend trafen sich die Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands, Kathrin Scholl, und Bildungsdirektor Alex Hürzeler zum «Talk Täglich» auf Tele M1.

Wirklich die Klingen kreuzten sie in der Sendung nicht, Lehrerverband und Regierung sind sich in den Kernfragen einig: Die Volksschule soll offen bleiben, Fernunterricht für die nach-obligatorischen Schulen sei aber vertretbar, ob es weitere Massnahmen braucht, bestimme die Pandemie, beziehungsweise der Bundesrat.

Ist Zofingen der Anfang flächendeckender Schulschliessungen?

Gesprächsleiterin Anne-Käthi Kremer wollte eingangs von ihren Gästen wissen, ob der Fall Zofingen der Anfang von erneuten Schulschliessungen im Aargau sei. «Die Quarantäne ist leider zum Alltag geworden», sagte Hürzeler.

Alex Hürzeler.

Alex Hürzeler.

CH Media

Gerade weil man aber die Volksschule nicht wieder flächendeckend in den Fernunterricht schicken will, müsse man alles unternehmen um das Virus in den Schulen nicht weiterzuverbreiten. Dazu gehörten die Quarantäne und immer auch Einzelbeurteilungen. Auf einen Einzelfall hofft Kathrin Scholl, wie sie sagte. Ob es dereinst aber wieder Schulschliessungen brauche, könne niemand mit Sicherheit sagen.

Fernunterricht ist gut angelaufen

Bereits seit Montag sind die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 wieder im Fernunterricht. Dieser sei gut angelaufen, sagte Scholl. Einerseits weil die Kantons- und Berufsschulen Übung in Fernunterricht haben, zweitens wegen der vom Bildungsdepartement vorgesehenen Ausnahmen.

Es gibt auch Jugendliche, die im Umgang mit der ganzen Situation Unterstützung brauchen»,

sagte Kathrin Scholl, den erhielten sie jetzt. Das sei eine Lehre, die man aus der ersten Welle gezogen habe.

Kathrin Scholl.

Kathrin Scholl.

CH Media

Dass der Aargau als erster Kanton die Schliessung im Alleingang beschlossen hatte, wurde vom ALV unterstützt. «Wir sind uns im Aargau einig», stellte Bildungsdirektor Hürzeler klar. Die Schliessung der Sekundarstufe 2 sei die logische Konsequenz aus der Strategie des Bundesrats, eine weitere Verbreitung des Virus präventiv anzugehen.

Mit dem Entscheid kehrt jetzt bei der Schule auch eine gewisse Ruhe ein

stellt der Bildungsdirektor zudem fest. Entscheidend sei, dass mit dem 26. Februar ein Enddatum für den Fernunterricht definiert wurde, bemerkte Scholl. Ob dieses eingehalten werden kann, könne niemand garantieren, relativierte Hürzeler jedoch.

Maskenpflicht bereits ab der 4. Klasse?

Garantiert ist hingegen, dass weder Lehrer noch Bildungsdirektion strengere Massnahmen an den Schulen nicht ausschliessen. Es würde Sinn machen, die Maskenpflicht für bereits die 4. oder 5. Klasse einzuführen, sagte Scholl: «Schaut man sich die Entwicklung an, sollte man das in Erwägung ziehen».

Masken verhinderten Quarantänemassnahmen nicht, gab Hürzeler zu bedenken. Aber auch hier halte man sich zuerst an die Vorgaben des Bundes, dieser sieht Maskenpflicht nach wie vor erst ab 12 Jahren vor.

Die Sendung «TalkTäglich» mit Kathrin Scholl und Alex Hürzeler in voller Länge: