Lehrerverband

Aargauer Lehrer wollen nochmals 50 Millionen mehr Lohn

Lehrer wollen mehr Lohn

Lehrer wollen mehr Lohn

Die Erhöhung der Lohnsumme um 50 Millionen Franken freut die Lehrkräfte im Kanton. Aber sie haben breits neue Lohnfoorderungen. Sie wollen nochmals soviel mehr. Der Verband hat die bereits die Schlichtungkommission für ein Gutachten angerufen.

Eine seit Jahren fällige richtige Lohnerhöhung für die Lehrerschaft hat das Parlament im Frühjahr beschlossen. Seit August ist sie wirksam und kostet den Kanton jährlich 50 Millionen Franken. Brisante Aussage von Präsident Niklaus Stöckli an der Delegiertenversammlung des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (ALV) in Wettingen: «Wir haben die Regierung aufgefordert, die Löhne der Lehrkräfte durch ein neutrales Gutachten mit anderen Branchen vergleichen zu lassen.»

Die Regierung habe abgelehnt, jetzt wende sich der ALV an die Schlichtungskommission, um die Lohnfrage genau zu prüfen. Vor diesem konkreten Hintergrund würdigte Stöckli die Lohnerhöhungen und dankte dafür. Aber das Ziel sei noch nicht erreicht, die Löhne der Lehrkräfte seien 10 bis 15 Prozent zu tief. Ein konkreter Salärvergleich des Verbandes bei PricewaterhouseCoopers habe noch viel grössere Differenzen ans Licht gebracht. «Die ganze Lohnentwicklung zwischen 1993 und 2010 ist an den Lehrern vorbeigerauscht», begründet Stöckli den Nachholbedarf. Die Regierung sehe das natürlich anders und wolle kein externes Lohngutachten in Auftrag geben.

Gestützt auf Bundesverfassung

Konkret betrage die Lohndifferenz einer Lehrperson im Vergleich zu einem Job in der Verwaltung rund 1000 Franken im Monat. «Das aber widerspricht dem Gleichheitsprinzip in der Bundesverfassung», betonte Stöckli vor den 106 Delegierten. Mitglieder des Verbandes würden sich jetzt an die Schlichtungskommission wenden. Falls diese zum gleichen Schluss komme, sei das kantonale Personalrekursgericht die nächste Instanz – und danach das Bundesgericht.

Es geht um viel Geld, laut Stöckli um jährlich rund 70 Millionen Franken. Der als Gast eingeladene Bildungsdirektor Alex Hürzeler bedauerte in seiner Begrüssung, dass es zu neuen Diskussionen um die Lehrerlöhne komme. Zuerst habe man jetzt die Löhne verbessert, weitere Entlastungen seien in Vorbereitung. «Der Aargau steht sehr gut da, ausser im Vergleich mit Zug und Zürich, die wir nie erreichen können», stellte Hürzeler fest.

Sexkoffer im Lehrplan 21

Die riesige Institution Schule bestehe aus 71000 Schülern in 4000 Klassen und funktioniere dank den 7550 Lehrkräften im Alltag sehr gut. «Dafür danke ich Ihnen», sagte Hürzeler. Die Stärkung der Volksschule Aargau sei auf gutem Weg, der Systemwechsel auf 6/3 für das Schuljahr 2014/15 vorgesehen.

Der Lehrplan 21 sei auf Kurs, die Diskussion um den Sexkoffer aber wenig sinnvoll. Die üblichen Traktanden wurden meist einstimmig durchgewinkt, konsultativ sagten alle Ja zur möglichen Aufnahme des Verbandes kaufmännischer Berufsschulen. Lebendig und spassvoll zeigte Jürg Brühlmann das Dilemma der Schule in sexuellen Fragen und in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft. Geschenke und Blumen gab es für Niklaus Stöckli, der den Verband seit 10 Jahren souverän leitet.

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