Waffeninitiative
Aargauer kämpfen gegen die «Entwaffnung der Schweizer Bevölkerung»

Bürgerliche Parteien, Schützen und Jäger wehren sich im Aargau gemeinsam gegen die Entwaffnung. Die Waffeninitiative sei erstens unnötig und bezwecke zweitens im Kern nichts anderes als die Abschaffung der Milizarmee.

Urs Moser
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Plakat-Kampagne gegen die Waffeninitiative

Plakat-Kampagne gegen die Waffeninitiative

Keystone

Die eidgenössische Volksinitiative, über die am 13. Februar abgestimmt wird, trägt den Titel «Für den Schutz vor Waffengewalt». In einem kantonalen Gegner-Komitee haben sich Vertreter aller bürgerlicher Parteien, aus Schützen- und Jägerkreisen zusammengeschlossen, um den Titel als Etikettenschwindel zu entlarven.

Für sie steht fest, dass die Initiative ganz und gar keinen Schutz vor Schusswaffenmissbrauch bringt, sondern etwas ganz anderes bezweckt: «Die Initiative zielt auf das Gewehr, weil es eine identitätsstiftende Tradition der Schweiz verkörpert», sagt SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger. Sie trat gestern zusammen mit CVP-Nationalrätin Esther Egger, FDP-Grossrat Herbert H. Scholl und Schützenvertreter Romano Brignoli vor die Medien, um die kantonale Kontra-Kampagne zu lancieren.

«Entwaffnung der Armee»

Sie sind der Meinung, dass die Initiative letztlich nichts anderes bezweckt als die «Entwaffnung der Armee». Den geforderten Bedarfsnachweis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und das eidgenössische Waffenregister lehnen Sportschützen und Jäger als unnötiges Erschwernis natürlich auch ab; das verschärfte Waffengesetz biete hier eine genügende Handhabe zur Missbrauchsbekämpfung.

Im Zentrum steht aber die Forderung der Initiative, dass Soldaten ihr Sturmgewehr künftig nicht mehr nach Hause nehmen sollen. Es geht weniger um die Frage, ob das Gewehr im eigenen Haus für den Auftrag der Landesverteidigung wirklich nötig ist, sondern vielmehr um die Symbolik dahinter.

«Der Bezug zur persönlichen Waffe geht verloren, und dieser Bezug ist ein zentraler Punkt für die Wehrbereitschaft im Land», so Herbert H. Scholl. Und für das Vereinsleben in den Schützengesellschaften: Das Schiesswesen in seiner heutigen Form werde es bei einer Annahme der Initiative mittelfristig nicht mehr geben, ist Romano Brignoli überzeugt. Deshalb sagt er «Nein zur Abschaffung staatstragender Traditionen und zur Entmündigung verantwortungsvoller Bürger».

Unerfüllbare Erwartungen

So wenig die Initiative Gewähr für die Verhinderung von Gewalttaten oder Suiziden mit Schusswaffen bieten kann, so wenig lässt sich bestreiten, dass eine Waffe im Haus zumindest ein potenzielles Risiko darstellt. Nur würden mit der Initiative unerfüllbare Erwartungen geweckt und eine falsche Sicherheit suggeriert, ist Nationalrätin Esther Egger überzeugt.

So gehe die Initiative zum Beispiel ja nicht die Ursachen von häuslicher Gewalt und Suiziden an und es sei auch kein Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Waffen und der Häufigkeit häuslicher Gewalt bewiesen. Vielmehr sei es so, dass die Schweiz bei einer hohen Zahl von Waffenbesitzern eine im Vergleich mit dem Ausland tiefe Quote von Gewalttaten habe.

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