Bienenzucht

Aargauer Imker konnten Exodus stoppen

Berner Bienentag, Madiswil: Bienen, Bienenzucht, Bienenwaben, Honig

10500 Bienenvölker gibt es im Aagau

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Junge Leute interessieren sich wieder mehr für die Bienenzucht, die Nachwuchskurse sind immer besser besucht. Rund 1200 Imker und 10500 Bienenvölker gibt es im Kanton Aargau heute noch.

Wenn es in der Schweiz keine Bienen mehr gäbe, könnten jährlich etwa 300000 Tonnen Äpfel, 100000 Tonnen Birnen und 50000 Tonnen Kirschen weniger geerntet werden. Rund 80Prozent aller Pflanzen und Obstbäume werden von Bienen bestäubt. Noch. Denn obwohl die Schweiz mit durchschnittlich 4,5 Völkern pro Quadratkilometer zu den Ländern mit der höchsten Bienendichte gehört, ist Gefahr im Verzug. Die Zahl der Bienenvölker ist rückläufig und Bienenzüchter gibt es immer weniger.

Auch im Aargau, wie die Statistik des Verbandes Aargauischer Bienenzüchter (www.bienen-ag.ch) zeigt. An der Delegiertenversammlung vom nächsten Freitag, 4.März, in Lenzburg, kann Verbandspräsident Fritz Imhof dennoch auch Positives berichten. Rund 1200 Imker und 10500 Bienenvölker gibt es im Kanton. Vor 20 Jahren waren es knapp 24000 Bienenvölker und rund 1700 Imker. Grund zur Besorgnis besteht aber wenig: «Es gibt Gegenden mit einer Unterdeckung und verschiedentlich haben uns auch schon Obstbauern darum gebeten, ein oder zwei Bienenvölker in ihre Plantagen zu stellen. Doch insgesamt können wir im Aargau noch zufrieden sein», hält Imhof fest.

Intensive Nachwuchsförderung

Das nicht zuletzt dank intensiver Nachwuchsförderung und privilegierter Stellung: «Im Gegensatz zu den meisten anderen Kantonen in der Schweiz erhalten die Imker im Aargau von den Gemeinden eine kleine Bestäubungsprämie», erklärt Imhof. Zudem unterstütze der Kanton die Bienenzüchter im Rahmen einer Leistungsvereinbarung in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Beratung, Förderung der Königinnenzucht und gezielte Nachwuchsförderung. Letztere ist erfolgreich: «Dank den vielen interessierten jungen Imkern konnten wir den Rückgang der Bienenzüchter stoppen», freut sich der Verbandspräsident. Die angebotenen Grundkurse seien sehr gut besucht und die Erfahrung zeige: «Wen die Faszination Bienenzüchten einmal gepackt hat, den lässt sie nicht mehr so schnell los.»

Weniger erfreulich ist der Gesundheitszustand der Bienen. Die aus Asien eingeschleppte Varoa-Milbe hat sich enorm verbreitet und das hat dazu geführt, dass wilde Bienenvölker kaum mehr überleben können. Bienen brauchen heute regelmässige Pflege. Umso mehr sind die Bienenzüchter gefragt: «Früher war die Imkerei ein saisonales Hobby. Weil die Bienen jetzt insbesondere im Winterhalbjahr regelmässig behandelt werden müssen, ist es zur aufwändigen Ganzjahresbeschäftigung geworden», erklärt Imhof.

Jetzt ist Winterpause

Bienen machen in der Regel bis Ende Februar, Anfang März Winterpause. Dieses Jahr sind sie aussergewöhnlich früh losgeflogen: «Die warmen Wochen Anfang Monat haben sie aus ihren Stöcken gelockt, weil schon viele Pollen da waren», sagt Bienenzüchter Fritz Imhof. Der massive Kälteeinbruch nach den schönen Vorfrühlingstagen schade den Bienen nicht: «Ein gesundes Volk kann sich im Stock sehr gut auf die jeweiligen Wetterbedingungen einstellen.»

Probleme könne es geben, wenn die Bienen früh mit Brüten beginnen und dann über schneebedeckte Felder ausfliegen würden, um ihren Wasserbedarf zu decken: «Sie werden vom Schnee geblendet, landen und können nicht mehr losfliegen.» Nach einem solchen Wärmeeinbruch wie Anfang Monat müssten die Imker deshalb immer für genügend Feuchtigkeit im Stock sorgen.

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