Regen
Aargauer Freibadis: «Wir schreiben nie schwarze Zahlen»

Die Aargauer Freibäder müssen wegen des schlechten Wetters auf viele Badegäste verzichten. In vielen Aargauer Freibädern herrscht daher gähnende Leere. Für die vereinzelten Schwimmer ist das aber paradiesisch.

Adrian Hunziker
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Wissen Sie noch, wie warm der April und der Mai waren? Viel zu warm für einige Gemüter. Davon redet heute niemand mehr. Denn der Juli ist regnerisch. In vielen Aargauer Freibädern herrscht daher gähnende Leere. Für die vereinzelten Schwimmer ist das aber paradiesisch.

Die Betreiber der Aargauer Freibäder sind sich einig: das schlechte Wetter im Juli ist nicht förderlich für die Eintritte. Im Freibad im Aarauer Schachen waren gestern um 14 Uhr bei etwa 18 Grad gerade mal zwei Personen anzutreffen. Ein Schwimmer meinte zu den garstigen Bedingungen: «Für mich ist das perfekt. Ich habe sonst nie so viel Platz beim Schwimmen. Und da das Wasser geheizt ist, macht es mir gar nichts aus.»

Warmes Wasser ein Vorteil

Chefbademeister René Hächler bestätigt, dass das beheizbare Becken ein Vorteil ist: «Wir haben jetzt angenehme 24 Grad. Vor zwei Tagen, als nicht sonderlich gutes Wetter herrschte, haben wir immerhin 240 Eintritte verzeichnen können. Ohne beheizbare Becken wäre das wohl nie möglich gewesen.» Trotzdem ist Hächler mit der aktuellen Situation unzufrieden. Bisher hat man in Aarau im Juli erst knapp 18000 Eintritte zu verzeichnen. Im letzten Jahr waren es am Ende des Monats 41000.

Doch was macht das Personal, wenn es so wenig Gäste gibt? In Aarau sind nur die Festangestellten aktiv, die Aushilfen werden nicht aufgeboten. Und die Bademeister kümmern sich derzeit vermehrt um Unterhaltsarbeiten, da sie nicht auf die Besucher aufpassen müssen.

Im Terrassenbad Baden macht man sich wegen des Personals keine Gedanken. Der durchzogene Sommer bereitet mehr Kopfzerbrechen. «Wir haben bis jetzt knapp 15000 Eintritte im Juli, während in anderen Jahren weit über 20000 kamen. Auch die treuen Badegäste werden weniger. Es kommen nur noch die ‹Hardcoreschwimmer›», erläutert René Saurenmann, Betriebsleiter in Baden.

Ins Sportzentrum Tägerhard nach Wettingen kommen ebenfalls weniger Besucher. Dort gibt es aber immerhin Ausweichmöglichkeiten. «Wir hatten am Mittwoch ganze 19 Gäste im Freibad, aber dafür 772 im Hallenbad. Man kann bei uns jederzeit von draussen nach drinnen wechseln oder umgekehrt», sagt Betriebsleiter Kurt Müller. Doch auch er bleibt Realist. Er weiss, dass man in Wettingen bisher 20000 Eintritte weniger hat verzeichnen können als noch im Vorjahr. «Ein Schwimmbad ist immer defizitär. Weder wir, noch alle anderen Freibäder schreiben jemals schwarze Zahlen», so Müller.

Klein aber fein in Möhlin

Nicht nur die grossen Freibäder haben Probleme mit sinkenden Besucherzahlen. Auch die etwas kleineren Schwimmbäder müssen Einbussen eingestehen. «Wir hatten einen sehr guten Start und momentan läuft es schlecht. Aber uns geht die Arbeit sicher nicht aus», schmunzelt Armin Wüst, Bademeister im Schwimmbad Bachtalen in Möhlin. Dort bleibt der starke Kern der immer wiederkehrenden Schwimmer gleich gross. «Wir haben die Morgenschwimmer, die Kinder, die Abendschwimmer und die Triathleten, die regelmässig kommen. Aber es gibt jetzt vor allem auch jene, die nur Volleyball oder Tischtennis spielen und nicht ins Wasser gehen», so Wüst weiter. Doch auch er hofft auf besseres Wetter und somit mehr Besucher im August.

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