Der Aargau gehört damit zu jenen 19 Kantonen, in denen 2010 mehr Konkurse eröffnet wurden als im Vorjahr. In den übrigen 7 Kantonen gab es weniger Fälle, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt. Der markanteste Rückgang wurde im Thurgau registriert (-35,7 %). Gesamtschweizerisch eröffneten die Behörden mit 10'932 Fällen 4,3 Prozent mehr Konkurse.

Zudem wurden 2125 weitere Konkursverfahren eröffnet, die Unternehmen mit organisatorischen Mängeln betreffen. Diese können aufgrund einer Gesetzesänderung seit kurzem ebenfalls nach den Vorschriften über den Konkurs aufgelöst werden, selbst wenn sie nicht überschuldet sind.

Weniger Konkursverluste

Zum Abschluss gebracht wurden im vergangenen Jahr total 11'725 Konkursverfahren (+9,8 %). Darunter befinden sich auch Fälle aus früheren Jahren.

Trotz dieses Anstiegs meldet das BFS weniger Verluste, die daraus hervorgingen: Die Verluste sanken 2010 um 8,3 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken. Dies sei der niedrigste Betrag der letzten zehn Jahre und entspreche lediglich 43,9 Prozent der Rekordsumme aus dem Jahr 2004.

Zunahme bei den Betreibungsgeschäften

2010 wurden über 2,6 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese bilden den Beginn einer Betreibungshandlung. In über 1,3 Millionen Fällen, in denen keine Begleichung der Schuld erfolgte, wurden Pfändungen vollzogen. Die Zahl der Verwertungen lag bei 493'872. (sda/pi)