Betrug

Aargauer Buchhalter einer Zürcher Stahlfirma muss ins Gefängnis

Ueber Jahre hinweg galt der mit einer Kasachin verheiratete Buchhalter aus dem aargauischen Bellikon als vermeintlich zuverlässiger und seriöser Buchhalter einer Zürcher Stahlfirma. (Symbolbild)

Ueber Jahre hinweg galt der mit einer Kasachin verheiratete Buchhalter aus dem aargauischen Bellikon als vermeintlich zuverlässiger und seriöser Buchhalter einer Zürcher Stahlfirma. (Symbolbild)

Ein vermeintlich seriöser Buchhalter einer Zürcher Stahlfirma hat innerhalb von 12 Jahren häppchenweise ein Vermögen von über 925 000 Franken für sich eingesteckt. Nun kassierte der geständige Mann eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Mit dem heute 51-jährigen Täter sass ein unauffälliger Zeitgenosse vor dem Bezirksgericht Zürich. Ueber Jahre hinweg galt der Buchhalter aus dem Bezirk Baden als vermeintlich zuverlässiger und seriöser Buchhalter einer Zürcher Stahlfirma. Wenigstens bis zum Frühjahr 2009, als er bei einer illegalen Transaktion zufällig erwischt wurde. Die eingeschalteten Untersuchungsbehörden brachten in der Folge Erstaunliches ans Tageslicht.

Heimlich häppchenweise Vermögen veruntreut

So kam heraus, dass der Aargauer bereits seit dem Dezember 1997 regelmässig diverse Geldbeträge aus der Firmenkasse veruntreut hatte. Er ging dabei raffiniert vor, indem er jeweils Rechnungen manipulierte und nicht zu hohe Summen für sich abzweigte. Zudem liess er zahlreiche Vermögenswerte auf ein Konto des Schweizerischen Landhockey-Verbandes fliessen, wo er als Verbandskassier über eine Vollmacht verfügte. Die Staatsanwaltschaft rechnete einen gesamten Deliktsbetrag von über 925 000 Franken auf. Zudem soll der Täter rund 168 000 Franken über den Sportverein illegal gewaschen haben.

Finanzielle Notlage geltend gemacht

Vor Gericht gab der heute selbständige Buchhalter die Vorwürfe zu und gab trotz eines guten Verdienstes eine finanzielle Notlage vor 14 Jahren als Tatmotiv an. So habe er damals einer Kollegin ein Darlehen über 18 000 Franken ausgeliehen und das Geld nie wieder gesehen. Da es an seinem Arbeitsplatz relativ einfach gegangen sei, habe er mit den Veruntreuungen angefangen. Er habe immer wieder aufhören wollen. Allerdings vergebens. Vor allem nach der Heirat mit seiner kasachischen Parterin habe er immer wieder Geldbeträge benötigt.

Vier Jahre Freiheitsentzug verlangt

Die Staatsanwaltschaft lastete dem Beschuldigten eine erhebliche kriminelle Energie an und verlangte neben einer hohen Freiheitsstrafe von vier Jahren eine unbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 140 Franken, also insgesamt 16 800 Franken. Nicht zuletzt forderte der zuständige Staatsanwalt ein Berufsverbot für den langjährigen Buchhalter.
Die Verteidigung hielt dagegen und setzte sich für eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten ein. So sei ein Teil der Delikte verjährt, argumentierte die Anwältin und verwies auf das umfassende Geständnis ihres Klienten. Zum Teil mit Erfolg.

Teilbedingt und kein Berufsverbot

So setzte das Gericht wegen gewerbsmässigen Betrugs und Veruntreuung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten fest. Zwölf Monate davon soll der Täter verbüssen. Das Gericht ging von einem erheblichen Verschulden aus, verneinte jedoch die Geldwäscherei. Zudem habe der Ersttäter alles gestanden und einen Teil des Schadens zurückgezahlt, sagte der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli. Das Gericht verzichtete zudem nicht nur auf ein Berufsverbot, sondern auch auf eine zusätzliche Geldstrafe.

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