Motorfahrzeugsteuer

Aargauer bestrafen umweltbewusste Autofans

Teurer als ein Ferrari: Tesla-Roadster mit 290 PS.

Teurer als ein Ferrari: Tesla-Roadster mit 290 PS.

4000 Franken Steuer pro Jahr für ein Elektroauto: Wer im Aargau einen Tesla-Roadster fährt, muss acht mal mehr zahlen, als wenn er einen Ferrari kauft. Der Kanton bestraft als einziger Besitzer von Elektrofahrzeugen.

Ein Aargauer Unternehmer staunte nicht schlecht, als er sich beim Strassenverkehrsamt nach der jährlichen Motorfahrzeugsteuer für sein Elektroauto erkundigte.

Für den Tesla-Roadster mit 275 PS sollte er jährlich 780 Franken zahlen. Sein Ferrari F355 (3,5 Liter Motor, 400 PS) ist dagegen ein echtes Schnäppchen, kostet nur 468 Franken pro Jahr.

Zwei Departemente, zwei Preise

Der Unternehmer wandte sich an den «Beobachter» und die Recherchen des Magazins förderten noch Seltsameres zu Tage. So sollte die jährliche Motorfahrzeugsteuer gemäss des Aargauer Departements für Bau, Verkehr und Umwelt für den Tesla nicht 780 Franken betragen, sondern exorbitante 3924 Franken.

Offenbar pfuschen sich hier verschiedene Departmente ins Handwerk: Das Strassenverkehrsamt untersteht dem Departement Volkswirtschaft und Inneres.

Grüne Autofahrer werden bestraft

Der Aargau ist gemäss «Beobachter» der einzige Kanton, der Elektroautos steuerlich nicht gegenüber konventionellen Fahrzeugen bevorteilt.

Für Kommunikationsleiter Benno Schmid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt sind die Schuldigen klar. Er erklärte gegenüber dem «Beobachter»: «Die Regierung wollte 2010 die Berechnung der Fahrzeugsteuern nach ökologischen Kriterien einführen.».

Umweltschonende Fahrzeuge hätten entlastet und weniger sparsame Fahrzeuge zusätzlich belastet werden sollen. «Das Parlament lehnte das Bonus-Malus-System im August aber ab», so Schmid.

Meistgesehen

Artboard 1