Volksinitiative
Aargauer Ärzte wollen wieder Medikamente verkaufen

Hausärzte sollen im Aargau den Patientinnen und Patienten die rezeptpflichtigen Medikamente selbst abgeben können. Der Aargauische Ärzteverband will mit einer am Montag lancierten Volksinitiative das geltende Abgabeverbot aufheben.

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Das Begehren wolle den Patienten die freie Wahl ermöglichen, teilte das Initiativkomitee unter Federführung des Ärzteverbandes am Montag mit. Die Patienten sollten entscheiden können, ob sie ihre Medikamente in einer Apotheke, über eine Versandapotheke oder in ihrer Arztpraxis beziehen wollten.

Die Initiative «Ja zur ärztlichen Medikamentenabgabe» will das kantonale Gesundheitsgesetz ändern. Ärzte und Zahnärzte sei die unmittelbare Anwendung sowie in Notfallen und bei Hausbesuchen die Abgabe gestattet, soll die neue Bestimmung heissen. Ärzte sollten mit Bewilligung des Kantons eine Privatapotheke führen können.

Keine Selbstdispensation im Aargau

Der Kanton Aargau kennt traditionell keine Selbstdispensation. Ärzte dürfen rezeptpflichtige Pillen und Salben den Patienten nur in Notfällen abgeben. Einzig Apotheken ist es erlaubt, Medikamente zu verkaufen.

Diesen Grundsatz hatte der Grosse Rat im Januar 2009 bei der Beratung des neuen Gesundheitsgesetzes bestätigt. Hausärzte in Ortschaften ohne öffentliche Apotheke können beim Kanton jedoch ein Gesuch stellen, damit sie den Patienten Medikamente abgeben können.

Rückendeckung von grünen Politikern

Nach der Publikation des Begehrens im «Amtsblatt des Kantons Aargau» vom Montag haben die Initianten ein Jahr Zeit, um die notwendigen 3000 Unterschriften von Stimmberechtigten zu sammeln.

Dem Initiativkomitee gehören unter anderem der grüne Nationalrat Geri Müller, der grüne Grossrat Hansjörg Wittwer, der SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner sowie die ehemalige FDP-Kantonalpräsidentin Doris Fischer-Taeschler an.

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