Hochwasser
Aargau beschwert sich beim Kanton Luzern

Der Aargau wehrt sich beim Kanton Luzern gegen den Ausbau der Kleinen Emme. Aus Angst vor grossen Schäden bei einem Reuss-Hochwasser. Es ist nicht das erste Mal, dass der Aargau bei den Luzernern Beschwerde einreicht.

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Reuss

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Aargauer Zeitung

Die Hauptschuld am Reuss-Hochwasser trägt immer die Kleine Emme, die unterhalb von Luzern in den Fluss mündet. Das bisher schlimmste Hochwasser hat im August 2005 im Kanton Luzern zu Schäden von rund 300 Millionen Franken geführt. Der Aargau kam mit 50 Millionen Franken Schäden relativ glimpflich davon. Nach den schlimmen Erfahrungen hat der Kanton Luzern ein Projekt Ausbau und Renaturierung der Kleinen Emme öffentlich aufgelegt.

Zu den 47 Einsprechern gehört auch der Kanton Aargau. Markus Zumsteg von der Abteilung Landschaft und Gewässer bestätigt einen entsprechenden Bericht des Regionaljournals Aargau-Solothurn von Radio DRS. Das Projekt stelle zu wenig sicher, dass es nicht in Zukunft im Aargauer Reusstal zu noch viel schlimmeren Auswirkungen komme. Deshalb verlangt der Aargau konkrete Modellversuche an einem Institut für Wasserbau. Die Einmündung der Kleinen Emme soll so gestaltet werden, dass sie bei Hochwasser die Reuss aufstaut, um eine zu starke Kumulierung der Abflüsse zu vermeiden. «Die Kantone Zürich und Zug unterstützen unser Anliegen, haben aber keine Einsprache deponiert», erklärt Zumsteg dazu.

Wenn sich die Kantone in einem solchen Fall nicht einigen, bekommt der federführende Kanton keine Subventionen vom Bund. Der Aargau hat bereits gegen das neue Reusswehr beim Ausfluss aus dem Vierwaldstättersee Einsprache gemacht – mit Erfolg: Das führte zur Mühlauer Vereinbarung, die besagt, dass hier bei Hochwasser nicht mehr als 850 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durchfliessen dürfen. Dazu muss der See reguliert werden. (Lü.)