Stadtpräsidium
Zwei Profis befinden sich auf der Zielgeraden für die Wahlen

Lukas Pfisterer (FDP) und Jolanda Urech (SP) traten im Fernsehduell gegeneinander an. Der Ton war dabei deutlich schärfer als bis anhin. Beide Kandidaten fürs Stadtpräsidium wissen inzwischen ihre Schwachpunkte zu parieren.

Sabine Kuster
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Jolanda Urech und Lukas Pfisterer im «TalkTäglich» auf Tele M1.

Jolanda Urech und Lukas Pfisterer im «TalkTäglich» auf Tele M1.

Emanuel Freudiger

Der Schminke und den grellen Scheinwerfern sei Dank: Die Nervosität, welche den beiden Favoriten fürs Aarauer Stadtpräsidium aus der Nähe anzusehen war, blieb im Studio. Auf dem Bildschirm wirkten beide Kandidierenden souverän. Das macht die Übung: Der Auftritt gestern im «TalkTäglich» mit az-Chefredaktor Christian Dorer auf Tele M1 war der vierte gemeinsame.

So waren auch einige Argumente bereits bekannt: Lukas Pfisterer versuchte mit seinem Grossratsmandat zu punkten («die Vernetzung auf kantonaler Ebene ist wichtig»), Jolanda Urech mit ihrem Kontakt zur Bevölkerung («ich habe den Draht zu den Leuten»).

Ihre Schwachpunkte wissen sie inzwischen zu parieren: Urech, die kandidierte, als die erste SP-Kandidatin ein Burnout hatte, sagte, sie habe nicht etwa zuerst nicht gewollt, sondern sei zugunsten ihrer Kollegin zurückgestanden. Pfisterer, dessen bekannter Politiker-Vater Thomas Pfisterer eher ein Handicap ist, sagte, bei ihm werde die Messlatte deswegen höher gelegt, aber er habe selber entschieden, stehe seit Januar selbst da und es gehe ihm blendend.

«Ich kandidiere mit Lust», sagte Pfisterer auf Dorers Frage, ob er dem Druck der Aarauer FDP-Ära gewachsen sei, «wer nicht antritt, hat schon verloren». Jolanda Urech warb für sich, mit: «Es ist Zeit für einen Wechsel, die kleinstädtische Bevölkerung hat sich verändert.»

Als Christian Dorer nach dem Aarauer Steuerfuss fragte, sagte Urech, sie wolle die Frage nicht als Wahlkampfthema benutzen, aber Aarau habe in den letzten zehn Jahren den Mief verloren. Genau diese Lebensqualität, nahm Pfisterer den Faden auf, gelte es mit gesunden Finanzen für die folgende Generation zu erhalten.

Im Ton war das Gespräch teilweise angriffig, mit «das ist alter Kafi», reagierte Urech auf eine Aussage von Pfisterer, dieser gratulierte ihr maliziös zum baldigen 60. Geburtstag.

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