Sie könnte eine stadtbekannte Person sein, arbeitet aber lieber diskret im Hintergrund: Marika Wonisch ist seit fast 23 Jahren Leiterin des grössten Aarauer Kultur- und Tagungshauses. Sie begann vor der Jahrtausendwende, als der Saalbau neu erstellt wurde, und war 2003 dabei, als er nach einem Lifting in Kultur und Kongresshaus KuK umbenannt wurde. Und jetzt stehen sie und ihr Team (insgesamt 7,95 Stellen) vor einer grossen Herausforderung. Das KuK bekommt im Frühling eine «direkte Konkurrenz», wie es Marika Wonisch ausdrückt. Am 4. April wird die Aeschbachhalle eröffnet. Kurz darauf findet dort die Jazzfestival Jazzaar statt. Zum ersten Mal seit Menschengedenken nicht im KuK. Offiziell, weil dieses am gewünschten Termin bereits belegt war.

Das KuK wurde im letzten Jahr von 65'400 Personen besucht. Die Betreiber der Aeschbachhalle erwarten über 80'000 Gäste. Mittelfristig, wenn es beim Baubewilligungsverfahren keine unüberwindbare Probleme gibt, erhält das KuK zudem eine weitere Konkurrenz: Das Kulturzentrum Alte Reithalle soll im Oktober 2020 eröffnet werden. Für das KuK bedeutet das primär den Abgang des wichtigen Kunden Argovia Philharmonic. 

Vor diesem Hintergrund kann es nicht schaden, wenn das KuK seine Leistungen etwas zur Schau stellt. Erstmals seit einem Tag der offenen Tür vor zehn Jahren stellte sich das Kuk gestern in Form eines Medienrundgangs einer breiteren Öffentlichkeit vor. Vier Säle, diverse Seminarräume, ein grosszügiges Foyer: Das Angebot des KuK scheint zu stimmen – auch was die Architektur anbetrifft. Letzteres ist umso bemerkenswerter, als das Gebäude schon über 20 Jahre alt ist. 

Grössere Investitionen sind in naher Zukunft nicht geplant: Bis 2023 hat die Stadt lediglich 430'000 Franken im Investitionsplan. Für den Ersatz von Mobiliar, technischer Infrastruktur und einen neuen Lastenaufzug. 

«Das KuK ist selber nicht als Veranstalter aktiv», erklärt Marika Wonisch. Das heisst, es führt ausschliesslich Vermietungen durch. Letztes Jahr fanden 285 Veranstaltungen statt (2017 waren es 287). Der Anteil der der kommerziellen Anlässe ist gegenüber dem Vorjahr von 56 auf 51 Prozent gesunken. Etwa ein Drittel der Auslastung stammt aus dem Bereich Tagungen/Kongresse/Seminare. Besonders wichtig sind die Kunden aus dem Ärzte- und Pflegebereich. 

Das KuK bietet selber kein Catering an, verfügt aber über je eine Kaffee- und Cateringküche. Und es stehen Geschirr und Gedecke für 400 Personen bereit. «Im Prinzip ist jeder Veranstalter frei bei der Wahl seines Caterers», sagt Marika Wonisch. 

Besonders stolz ist das Personal auf die grosse Kundenzufriedenheit. Damit muss das KuK punkten, denn es ist, was die Preise betrifft, konkurrenzfähig, aber nicht günstig. Wie an der Medienveranstaltung bekannt gegeben wurde, konnte das KuK 2018 das vergleichsweise gute Ergebnis vom Vorjahr fast bestätigen. Der Nettoaufwand der Stadt betrug 310'700 Franken (285'463 Franken). Er lag auch schon bei einer halben Million.