Das Saxofon quietscht. Dann kommt gar kein Ton mehr aus dem Instrument. Da hilft auch das Schütteln nichts. Gabriel, der junge Saxofonist, zuckt mit den Schultern, die Kinder schauen sich ratlos an, verwerfen die Hände. Und dann weiss auch noch ein Soldat von König Herodes den Text nicht mehr.

Aber wer jetzt denkt, dass die Kinder schlechte Musiker und Schauspieler sind, der irrt. Denn diese verpatzen Szenen gehören ins Krippenspiel. Gabriel spielt nicht schlecht. Im Gegenteil: Er ist bereits zum zehnten Mal dabei und ein Routinier. Und der Soldat weiss nicht etwa den Text nicht mehr. Nein, die beiden müssen das absichtlich so spielen. Denn das Krippenspiel der reformierten Kirche ist so aufgebaut, dass in jeder Szene das Thema Zusammenhalt und Toleranz aufgegriffen wird.

Hilfe von den Gspänli

Es zeigt, dass jeder Mensch in Not Hilfe bekommen sollte und heisst darum auch «Mer send ned elei». So erhalten die beiden jungen Schauspieler denn auch Hilfe von ihren Gspänli. Genauso, wie die Hirten, die Könige, die Soldaten und auch Maria und Josef (gespielt von Gioia Bruderer und Nicolas Wüst) in schwierigen Momenten Hilfe von Gott bekommen haben, heisst es im Beschrieb des Stücks.

«Mer send ned elei» ist bereits das zehnte Krippenspiel in Folge, welches in der reformierten Kirche Unterentfelden aufgeführt wird. Und wie jedes Jahr hat Katechetin Nicole Girod das Stück selber geschrieben; ihr Mann Thomas Fuhrer komponierte die Lieder dazu.

Die Liedtexte sitzen nach vier absolvierten Proben schon gut. Und die jungen Musikanten – sie spielen Oboe, Klarinette, Saxofon, Trompete, Trommel – machen kaum noch Fehler. «Die Kinder haben bereits vor Beginn der Proben eine CD mit den Stücken erhalten. So konnten sie zu Hause üben», sagt Ivonn Pohlink von der Kirchenpflege.

Ein paar technische Probleme

Was in der fünften und letzten Probe vor der offenen Hauptprobe noch nicht klappt, sind vor allem die Technik. Mal funktioniert das Mikrofon nicht, dann leuchten die Scheinwerfer zu wenig hell. Doch davon lassen sich die Kinder nicht aus der Ruhe bringen. Und Nicole Girod schon gar nicht. Während der Probe gibt sie ruhig ihre Anweisungen – die Kinder hören ihr still zu.

Und doch ist die Nervosität spürbar. Die Kinder zupfen an ihren Kostümen, die sie jetzt – in der letzten Probe – erstmals tragen dürfen und schwatzen zusammen über die Szenen. Schliesslich soll das Krippenspiel perfekt sein, wenn Götti und Gotti, Tante und Onkel und die Eltern an Heiligabend in die Kirche kommen.

Die offene Hauptprobe findet am 23. Dezember um 17 Uhr statt, das Krippenspiel wird am 24. Dezember um 16 Uhr aufgeführt. Beides in der Reformierten Kirche Unterentfelden.