Aarau
Zwei Aarauer, die nicht bloss vom Energiewandel reden

Hausbesitzer Sandor Basler unterstützt die Energiewende und heizt mit Naturstrom. Dank dem Angebot Swan Power der IBAarau kann er verschiedene Stromsorten beziehen.

Hubert Keller
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Die Familie Sandor und Michelle Basler mit Leonie im Heizungsraum. hubert keller

Die Familie Sandor und Michelle Basler mit Leonie im Heizungsraum. hubert keller

Hubert Keller

Als Sandor und Michelle Basler das neue Haus am Hungerberg bezogen, war klar: Die Energieversorgung sollte möglichst umweltfreundlich sein. Der Elektro-Ingenieur, der bei Alstom Baden im Bereich der Gas-Kombi-Kraftwerke tätig ist, steht der Atomkraft kritisch gegenüber und unterstützt die Energiewende.

Und so entschlossen sich die Baslers, bei der IBAarau AG «Swan Power» (siehe Grafik) zu beziehen. «Wenn die Wende Erfolg haben soll, muss ein Mix verschiedener Stromsorten möglich sein», sagt Sandor Basler. Das IBA-Produkt Swan Power mit 80 Prozent Wasser- sowie je 10 Prozent Wind- und Sonnenenergie bietet das an.

Die Stromproduktion der IBA.

Die Stromproduktion der IBA.

NCH/BAR

Mehrkosten verkraftbar

Sein Haus hat eine relativ grosse beheizte Nutzfläche von 210 Quadratmetern, entsprechend ist der Stromverbrauch: 11 000 Kilowattstunden (kWh) im vergangenen Jahr. Die Rechnung hat die Familie von der IBA Strom AG noch nicht erhalten, sie dürfte gegen 1700 Franken ausmachen. Die Kilowattstunde Swan Power kostet 3 Rappen mehr, also investierte Sandor Basler letztes Jahr 330 Franken in regionale erneuerbare Energie. Die Mehrkosten machen rund 15 Prozent aus.

«Das scheint verkraftbar», sagt Sandor Basler, «und zwar für fast jedermann.» Für eine 4-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd und Elektroboiler muss der Stromkunde mit einem Verbrauch von 4500 kWh rechnen. Dafür zahlt er nur rund 135 Franken pro Jahr mehr. «Ob mit Atom- oder mit Naturstrom gebacken, der Kuchen schmeckt gleich gut», sagt Michelle Basler. «Ja», bestätigt ihr Mann, «um umzusteigen, braucht es deshalb die innere Überzeugung.»

Überzeugt davon, dass die Energiewende nötig ist, sind viele, doch nur wenige steigen auf Ökostrom um. «Ob ich für die Energiewende nur mit Lippenbekenntnissen einstehe oder auch mit meinem eigenen Tun unterstütze, das erfährt niemand», erklärt Basler. «Vielleicht müsste man eine Vignette einführen, mit der nach aussen sichtbar gemacht würde, dass der Haus- oder Wohnungsbesitzer Ökostrom nutzt. Gleichsam nach dem Motto: Tue Gutes und sprich davon.» Die Vignette, so Basler, wäre ein Symbol für sauberen Strom.

Der Backofen wärmt

«Pure Natur ist am gesündesten», ist auch Bäcker Mario Monaco überzeugt. Biologisch ist für den Geschäftsführer der Bäckerei Furter an der Bahnhofstrasse deshalb nicht nur ein Label, sondern auch eine innere Haltung, die den respektvollen Umgang mit der Natur und den Menschen beinhaltet. Weit über 90 Prozent der Zutaten, die er in seinem Gebäck verarbeitet, stammen aus biologischem Anbau. Für Mario Monaco ist es selbstverständlich, dass auch sein Backofen mit einem Naturprodukt geheizt wird, nämlich mit «Eagle Power», zu Deutsch: Adler-Energie.

Das Produkt «Eagle Power» ist zu 100 Prozent Strom aus dem Aarekraftwerk der IBAarau Strom AG. Verglichen mit dem Standard-Produkt ist die Kilowattstunde 1 Rappen, also rund 5 Prozent, teurer. Wenn Monaco sich nicht die teurere Swan Power leistet, sondern das günstigere Produkt vorzieht, hat das durchaus mit dem Preis zu tun, den er auf seine Backwaren und die Kunden abwälzen muss.

«Man muss es sich ja auch leisten können», sagt Monaco, der vor anderthalb Jahren grosse Investitionen ins Gebäude getätigt hat. «Und dennoch», meint er, «geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dass man den Kindern eine intakte Welt hinterlassen möchte.»

Das Gebäude an der Bahnhofstrasse, Laden wie Büro, wird nur minimal geheizt. «Wenn wir jeweils am 3. Januar von den Ferien zurückkommen, ist es im Haus eiskalt.» Als Heizung dient der Backofen in der Backstube. Mit dessen Abwärme wird auch der Boiler vorgeheizt. «Den Laden normal zu heizen, macht keinen Sinn», sagt Mario Monaco, «die Wärme würde wegen der starken Frequenzen nur durch die Eingangstür entweichen.»

Auch die Bäckerei Furter setzt auf umweltfreundlichen Strom. Lesen Sie den Artikel hier.