Die ersten Schulwochen der neuen Kreisschule Aarau-Buchs (500 Mitarbeitende, über 3000 Schülerinnen und Schüler) sind schon vorüber. Doch die Aufbauarbeit für das Fusionskonstrukt ist noch immer nicht beendet. Gerade auch in finanzieller Hinsicht. Der Kreisschulrat wird an seiner Sitzung vom 20. September das erste Budget der Kreisschule Aarau-Buchs beraten. «Dieses führt die Budgets der Kreisschule Buchs-Rohr und der Schule Aarau zusammen und vereinheitlich sie», so die Kreisschulpflege (zuständig: Marco Salvini, Aarau) in einer Medienmitteilung.

Das neue Budget stehe im Zeichen der Kontinuität, heisst es weiter. Pro Schüler stehen dieselben finanziellen Mittel zur Verfügung wie vor der Fusion. Eine bedeutende Abweichung betrifft die Kostenbeteiligung der Eltern bei Lagern, Projektwochen, Ausflügen und Exkursionen, die nach einem Bundesgerichtsentscheid aus dem Kanton Thurgau von Ende 2017 nicht nur vereinheitlicht, sondern auch angepasst wurden. Das Gericht hatte entschieden, dass Eltern an obligatorische Schulanlässe höchstens 16 Franken pro Tag zahlen müssen.

Das Budget 2019 rechnet mit einem Bruttoaufwand von rund 28 Mio. Franken. Von diesem Betrag war man auch in den Unterlagen zur Gründung der Kreisschule Aarau-Buchs ausgegangen – diesbezüglich gibt es also keine Überraschungen. «Den weit grössten Anteil am budgetierten Aufwand nehmen mit rund 18 Mio. Franken die Transferleistungen an den Kanton und an die Verbandsgemeinden ein», erklärt die Schulpflege. «Diese umfassen insbesondere die Besoldungsanteile an den Löhnen der Lehrpersonen und Schulleitung und die Miete für die Schulanlagen der Oberstufe. Einnahmeseitig spielen die Beiträge der Verbandsgemeinden Aarau und Buchs und die Schulgelder für Bezirksschüler und Sportschüler aus anderen Gemeinden eine wichtige Rolle.»

Mit der Beratung des Budgets im Kreisschulrat werde «ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung der Kreisschule Aarau-Buchs» erreicht. Das Budget sei «eine solide Basis für die Folgejahre», so die Kreisschulpflege weiter. «Aufbauend darauf werden in den nächsten Jahren verschiedene Bereiche inhaltlich und finanziell im Rahmen der Umsetzung der Kreisschule diskutiert und angepasst.»

Kadettenmusik wird integriert

Der Kreisschulrat befasst sich in seiner Septembersitzung auch mit einem Thema, das im Vorfeld der Fusionsabstimmung Emotionen geschürt hat: der Kadettenmusik Aarau. Vor allem von Buchser Seite war an den Infoveranstaltungen die Befürchtung geäussert worden, dass der Harmoniemusik Buchs so der Nachwuchs abgezogen werde. Ob sich das bewahrheitet?

Fakt ist: Die Kadettenmusik Aarau – die diesen Namen übrigens beibehält – ist neu «integrativer Bestandteil der Musikschule der Kreisschule Aarau-Buchs». Sie sei ein «wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Aarau und der Gemeinde Buchs», heisst es in der Kreisschulratsbotschaft, die die Zulassung von Schülerinnen und Schüler zur Kadettenmusik behandelt (Übergangsbestimmungen bis zur Schaffung eines neuen Musikschulreglements hat die Kreisschulpflege bereits per 1. August in Kraft gesetzt).

Die Kadettenmusik (Spiel und Tambouren) bezwecke die musikalische Förderung und Ausbildung der Schüler der Kreisschule Aarau-Buchs. Neben diesen dürfen auch Ehemalige sowie Auswärtige bis zu ihrem 20. Lebensjahr mitmachen – man sei musikalisch auf diese angewiesen, heisst es in der Botschaft. Seit einigen Jahren sei die Mitgliederzahl stabil und beträgt rund 35 Schüler und Jugendliche, davon sechs ehemalige. Es spielt aktuell ein Auswärtiger (aus Erlinsbach) mit. Da kein Einzelunterricht stattfinde, seien die Kosten für Auswärtige und Ehemalige vernachlässigbar, heisst es weiter. «Die Schülerinnen und Schüler spielen ihr eigenes Instrument und bezahlen das Haftgeld für die Uniform selbst. Kosten entstehen für Ausflüge (ein Teil entfällt auf die Eltern) und Notenkopien.»

Die Kreisschulpflege entscheidet über strategische Belange der Kadettenmusik. Diese untersteht dem Leiter der Kreisschul-Musikschule. Es gibt einen Beirat «mit beratender Funktion in Bezug auf Jahresplanung, Konzerte, Spielbetrieb, Öffentlichkeitsarbeit», in dem Eltern, Schüler, Vereine mit Bezug zur Kadettenmusik sowie Instruktoren vertreten sind. Die Mitglieder werden von der Kreisschulpflege gewählt.