Der Name ist Programm: Im «Wörkschop», den die Institution Obstgarten am Freitag in Rombach eröffnet, wird nicht nur gearbeitet, sondern auch verkauft. «Wir freuen uns, dass wir nach einer langen Konzeptionierungs-, Planungs- und Umbauzeit unsere neuen Räumlichkeiten beziehen können», hält Institutionsleiter Heinrich Bourquin in der Einladung zum Eröffnungsanlass fest.

Im Januar 2010, erklärt Bourquin weiter, habe man die Anschrift «Zu vermieten» an der ehemaligen Metzgerei im kleinen Dorf-Einkaufszentrum gesehen. «800 Quadratmeter für Beschäftigungsplätze, Schreinerei und Verkaufslokal schienen uns die ideale Lösung zur Behebung unserer Platznot. Zumal sich die Lokalitäten lediglich 500 Meter vom Obstgarten entfernt befinden.»

Neue Möglichkeiten eröffnet

Ideal waren nicht nur Standort und Grösse, sondern auch das grosszügige Raumkonzept. Die ehemaligen Kühlräume im Untergeschoss der Metzgerei beispielsweise, werden jetzt für die Lagerung der eigenen Gemüse- und Früchteproduktion genützt, in den ehemaligen Fabrikationsräumen sind helle und freundliche Werkstätten entstanden.

Die Schreiner sind weniger eingezwängt, die Früchte müssen nicht mehr in einer Ecke der sonst schon zu kleinen Küche gedörrt werden und zum Malen und Lackieren steht jetzt eigener Raum zur Verfügung. Für die Beschäftigten gibt es zweckmässige Garderoben, Sanitäranlagen und genügend Rückzugsmöglichkeiten, falls es ihnen einmal nicht so gut geht. Auch ein grosszügiger Schulungsraum ist vorhanden.

Kundenkontakt ist erwünscht

Im Parterre finden sich im hinteren Teil Büroräume, ein schön gestalteter Aufenthaltsraum und eine Küche. Im mittleren Teil werden an einem grossen Tisch Handarbeiten, Dekorations- und Geschenkartikel hergestellt, zuvorderst befindet sich der Verkaufsraum. Kundenkontakt mit den Beschäftigten ist durchaus erwünscht, die fleissigen Frauen und Männer freuen sich über etwas Abwechslung und berichten gerne aus ihrem Alltag.

Der Obstgarten ist eine Institution der Heilsarmee und bietet Frauen und Männern, die sich in einer sozial schwierigen Lage befinden oder an einer psychischen Erkrankung leiden, Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsplätze.

Bisher gab es einen Standort an der Bibersteinerstrasse, wo die Platzverhältnisse aber immer enger wurden. Mit dem Wörkschop ist jetzt aber nicht nur dieser akute Notstand behoben worden. Ein Ziel der neuesten Einrichtung ist es auch, den Kontakt der Obstgärtler mit der Aussenwelt (und umgekehrt) zu fördern und allfällige Berührungsängste auf beiden Seiten abzubauen.

Gegenseitiges Kennenlernen

Eine erste Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen ist die Neueröffnung von heute Freitag, 5. April. Von 15 bis 20 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, Wettbewerbe mit Preisen und einen Bratwurststand.

Daneben können die Besucherinnen und Besucher Werkstätten und Verkaufsraum besichtigen und sich auch einen Überblick über das breite Angebot der Institution Obstgarten verschaffen. Da gibt es aus dem Werkatelier beispielsweise Anzündhilfen, Fackeln, Kerzen, Handarbeiten, Deko- und Geschenkartikel sowie Dörrprodukte und aus der Gärtnerei verschiedene saisonale Produkte.

Ein Tipp zum Frühlingsanfang: Die Obstgarten-Handwerker empfehlen sich auch für Restaurationen, beispielsweise von Gartenmöbeln, die im vergangenen strengen Winter etwas gelitten haben.