KSA
Zum ersten Mal wurde am KSA Blut aus der Nabelschnur gespendet

Wer im Kantonsspital Aarau ein Kind auf die Welt bringt, kann Blut aus der Nabelschnur spenden. So wird durch die entnommenen Stammzellen quasi nochmals irgendwo auf der Welt Leben geschenkt. Vor zwei Tagen wurde am KSA zum ersten Mal gespendet.

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Durch eine Nabelschnurblutspende kann doppeltes Leben geschenkt werden.

Durch eine Nabelschnurblutspende kann doppeltes Leben geschenkt werden.

Keystone

Tanja und Markus Schibler haben am 9. September Nachwuchs gekriegt. Sohn Matthieu Michael kam gesund zur Welt. Das Paar hat sich schon vor seiner Geburt bereit erklärt, Nabelschnurblut zu spenden.

Es ist die erste öffentliche Nabelschnurblutspende, die im KSA entnommen wurde. «Mit einer solchen Spende schenkt man potentiell ein zweites Leben», erklärt Dr. Eva Visca, Leitende Ärztin Geburtshilfe und Perinatalmedizin und Hauptverantwortliche für die öffentliche Nabelschnurblutspende am KSA. Mit den in Nabelschnurblut enthaltenen wertvollen Stammzellen kann unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel ein an Leukämie erkranktes Kind durch Transplantation der Stammzellen geheilt werden.

Dr. Monya Todesco Bernasconi, Chefärztin Geburtshilfe und Perinatalmedizin (links), die glückliche Mutter Tanja Schibler mit Sohn Matthieu Michael

Dr. Monya Todesco Bernasconi, Chefärztin Geburtshilfe und Perinatalmedizin (links), die glückliche Mutter Tanja Schibler mit Sohn Matthieu Michael

Zur Verfügung gestellt

Kostenlos und ohne Risiko

Die neue, öffentliche Nabelschnurblutspende am KSA ist kostenlos, für Mutter und Kind gänzlich schmerzlos und ohne Risiko, wie das KSA mitteilt. Die Spende erfolge anonym und komme jedem möglichen Empfänger zugute, der irgendwo auf der Welt auf eine oft lebensrettende Transplantation von Stammzellen wartet.

Für eine Nabelschnurblutspende müssen einige wichtige Voraussetzungen und bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sein. Nach Einwilligung in die Spende müssen die Schwangeren einen Fragebogen mit Fragen zur Gesundheit beantworten und sich einigen Bluttests unterziehen - ähnlich wie bei anderen Formen der Blutspende.

Bei der Entnahme selbst spielt zum einen die richtige Technik eine grosse Rolle, da möglichst viel Blut gewonnen werden soll. Eine Nabelschnurblutspende ist nämlich nur dann brauchbar, wenn sie möglichst viele Stammzellen enthält. Zudem muss bei der Entnahme auf eine gute Desinfektion der Nabelschnur geachtet werden, um Verunreinigungen des Nabelschnurbluts zu vermeiden, die den Empfänger gefährden könnten.

Tiefgefroren aufbewahrt

Das entnommene Blut wird im Blutspendezentrum auf den Zellgehalt analysiert und für den Transport in die Nabelschnurblutbank in Basel vorbereitet. Dort wird die Blutspende verarbeitet, bevor sie bis zu ihrer Verwendung tief gefroren aufbewahrt wird.

Die Anzahl der Stammzellen nach Verarbeitung entscheidet darüber, ob die Spende eingelagert und an ein weltweites Register gemeldet wird.

Das KSA gehört damit zu den wenigen Kliniken in der Schweiz, in der eine öffentliche Nabelschnurblutspende möglich ist. Die erste erfolgreiche Stammzellentransplantation mit Hilfe von Nabelschnurblut erfolgte nämlich erst im Jahre 1988. (ldu/mgt)