Suhr
Zukunftsraum-Referendum: 885 Unterschriften wurden übergeben

Die Suhrer Befürworter des sogenannten "Zukunftsraumes Aarau» haben erfolgreich Unterschriften gesammelt. Das Referendumskomitee hat die Unterschriften schon am Freitag übergeben, obwohl die Sammelfrist noch bis 3. Januar dauern würde. Es erhofft sich davon eine frühere Abstimmung.

Nadja Rohner
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Mitglieder von "Zukunft Suhr" übergeben die Unterschriften für das Referendum gegen das Nein zum Zukunftsraum-Kredit

Mitglieder von "Zukunft Suhr" übergeben die Unterschriften für das Referendum gegen das Nein zum Zukunftsraum-Kredit

Bleibt Suhr im Zukunftsraum oder bleibt es nicht? Diese Frage wird definitiv an der Urne entschieden. Das Referendumskomitee hat innert nur zwei Wochen genügend Unterschriften zusammengetragen. So soll der abschlägige Entscheid der Gemeindeversammlung vom November rückgängig gemacht werden. Die 7 Prozent anwesenden Stimmbürger hatten einen Kredit für den nächsten Zukunftsraum-Teilschritt knapp abgelehnt.

542 Unterschriften hätte es gebraucht, damit das Referendum zustande kommt – am Freitag konnte nun «Zukunft Suhr» 885 Unterschriften an Gemeindeschreiber Hans Huber übergeben. Eigentlich würde die Sammelfrist noch bis 3. Januar laufen. Doch mit der früheren Einreichung erhofft sich das Referendumskomitee, der Gemeinderat werde die Abstimmung bereits am 12. Februar durchführen. Der nächste eidgenössische Abstimmungstermin wäre erst im Mai. «Darüber entscheidet der Gemeinderat am Montag», sagt Gemeindeschreiber Hans Huber.

Vom Sammelerfolg überwältigt

Dass die Unterschriften derart schnell beisammen waren, hat auch das Referendumskomitee überrascht. «Man könnte meinen, es sei einfach gewesen», sagt Martha Brem. «Aber es war Knochenarbeit, obwohl uns die meisten Leute wohlgesinnt waren.»

Brem ist Präsidentin von «Zukunft Suhr», einer Vereinigung aus Parteilosen und Mitgliedern von SP, GLP, Grüne und EVP und CVP. Gemeinsam mit einem etwa zehnköpfigen Team sowie weiteren Unterstützern hat sie Unterschriften gesammelt, ging von Wohnung zu Wohnung, von Haus zu Haus, klingelte, trug ihr Anliegen vor.

Auch auf der Strasse sammelte das Referendums-Team Unterschriften. Letzten Samstag war Brem am Morgen um halb acht Uhr unterwegs, in der bitteren Kälte. «Zwei Leute haben mir spontan Kaffee gebracht», erinnert sie sich.

Aber natürlich gabs nicht nur Kaffee, sondern auch viel Zustimmung. «Die allermeisten Rückmeldungen waren sehr positiv», erzählt Brem. «Sinngemäss sagten die Leute, es sei falsch, jetzt schon aus dem Zukunftsraum auszusteigen – man müsse mögliche Fusionen genau anschauen und darüber reden.»

Aber Martha Brem, die seit 11 Jahre in Suhr wohnt, berichtet auch von aggressiven, gehässigen Reaktionen unter der Gürtellinie. «Mir war schon klar: Wer kategorisch gegen eine Fusion ist, ändert seine Meinung auch beim Referendum nicht. Und das ist in Ordnung. Was mich erschreckt hat, war die Intensität dieser negativen Emotionen», sagt Brem. «Die Leute fühlen sich durch das Fusionsprojekt in einer ganz grundsätzlichen Art und Weise angegriffen. So, als würde man damit implizieren, in Suhr sei etwas nicht in Ordnung.»

Dennoch, betont sie, diese Reaktionen stellen nur eine Minderheit dar. Auch einige Zukunftsraum-Skeptiker hätten das Referendum unterstützt – einfach, weil sie noch mehr wissen möchten, bevor sie eine Entscheidung treffen. «Was mich ausserdem positiv überrascht hat: Es haben auch viele ältere Leute unterschrieben. Ein Generationengraben lässt sich nicht ausmachen.»

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