Buchs

«Zukunftsraum»: Buchs öffnet Tür zur Zusammenarbeit einen Spalt weit

Urs Affolter, der Ammann von Buchs: «Wir wollen uns einer Zusammenarbeit mit Aarau oder anderen Gemeinden keineswegs verschliessen»

Urs Affolter, der Ammann von Buchs: «Wir wollen uns einer Zusammenarbeit mit Aarau oder anderen Gemeinden keineswegs verschliessen»

Bisher hatte sich die Agglomerationsgemeinde Buchs gegen eine Teilnahme beim Projekt Zukunftsraum Aarau gesträubt. Jetzt sitzt die Behörde doch mit am Verhandlungstisch. Gemeindeammann Urs Affolter sagt, woher der Sinneswandel kommt.

Zehn Gemeinden wollen die Region mit dem Projekt «Zukunftsraum Aarau» stärken – zwei Gemeinden sperrten sich bisher dagegen: Buchs und Gränichen. Beide Gemeinden wollten von einer verstärkten Zusammenarbeit oder gar einer Fusion partout nichts wissen.

Ein Abschnitt in einer diese Woche verschickten Mitteilung zum Projektstart «Zukunftsraum Aarau» lässt nun aber aufhorchen: «Die Gemeinde Buchs beteiligt sich seit Juni 2014 mit einem Beobachterstatus. Über eine allfällige vollständige Teilnahme werden Gemeinde- und Einwohnerrat Buchs im Herbst mit der Budgetberatung beschliessen.» Öffnet Buchs seine Barrikade gegenüber dem «Zukunftsraum Aarau» doch einen Spalt weit?

«Wenn man die Karte anschaut, liegt Buchs inmitten der sich am Zukunftsraum beteiligenden Gemeinden. Wir wollen uns einer Zusammenarbeit mit Aarau oder anderen Gemeinden keineswegs verschliessen», sagt Gemeindeammann Urs Affolter.

Fusionsdiskussion kein Thema

Und woher der Sinneswandel? Stadtpräsidentin Jolanda Urech sei auf den Gemeinderat zugekommen, habe auf die nun beginnende Phase, die neu vom Kompetenzzentrum für Public Management der Uni Bern begleitet wird, aufmerksam gemacht und betont, dass eine Beteiligung von Buchs am Zukunftsraum sehr erwünscht wäre. «Wir haben das im Gemeinderat besprochen und sind zum Schluss gekommen, dass es durchaus Sinn macht, das Projekt als Beobachter zu verfolgen», so Affolter. Gleichzeitig betont er aber: «Nur weil wir offen sind für eine Zusammenarbeit, heisst das nicht, dass wir auch einer Fusion offen gegenüberstehen. Der Gemeinderat ist nicht bereit, eine Fusionsdiskussion aufzunehmen.»

Aaraus Stadtpräsidentin Jolanda Urech zeigt sich «höchst erfreut» über die Offenheit des Buchser Gemeinderats, sich als Beobachter am Projekt zu beteiligen. «Es ist für den ‹Zukunftsraum Aarau› sehr wichtig, dass Buchs von dieser Möglichkeit Gebrauch macht und nun mit am Tisch sitzt. Ohne Buchs oder jede andere teilnehmende Gemeinde wäre das Loch in der Karte der Mitgliedergemeinden gross gewesen.» Jede Gemeinde sei ein Mehrwert für die Stärkung der Region. Urech hofft nun darauf, dass sich Buchs im Herbst für eine vollständige Mitgliedschaft ausspricht.

Gränichen erteilt erneut Absage

Auch bei der Gemeinde Gränichen hat Jolanda Urech im Auftrag aller Gemeinden noch einmal angeklopft – doch ohne Erfolg. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Planungsverband der Region Aarau (PRA) zur Umsetzung des Regionalentwicklungskonzepts der Region Aarau habe sich Gränichen bereits für die langfristige Stärkung des Raumes Aarau verpflichtet. «Der Gemeinderat erachtet es als nicht sinnvoll, ein weiteres Projekt zu verfolgen, das dieselben oder ähnlichen Ziele verfolgt», sagt Gemeindeammann Rolf Arber.

Ausserdem stehe für Gränichen eine Fusion – wie sie im Rahmen des Projekts «Zukunftsraum Aarau» abgeklärt werden soll – in nächster Zeit überhaupt nicht zur Diskussion. «Gränichen ist aber jederzeit offen und bereit für eine weitere sinnvolle und wirtschaftliche Zusammenarbeit», so Arber. Das habe man in der Vergangenheit bereits mit mehreren Zusammenarbeitsverträgen mit verschiedenen Gemeinden der Region bewiesen. Die Gemeinde wolle sich nun aber in erster Linie auf das eigene enorme Wachstum durch die derzeit grosse Bautätigkeit konzentrieren.

«Ich habe Verständnis für diesen Entscheid, bedaure ihn aber», sagt Jolanda Urech dazu. Über den Planungsverband Region Aarau (PRA) stehe man aber mit Gränichen in Kontakt.

Aktiv am Zukunftsraum Aarau beteiligt sind die Gemeinden Aarau, Biberstein, Densbüren, Erlinsbach AG, Küttigen, Muhen, Oberentfelden, Schönenwerd, Suhr und Unterentfelden.

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