Der nächste Entscheid der Gemeindeversammlung zum Fusionsprojekt «Zukunftsraum Aarau», sagte Suhrs Gemeindepräsident Marco Genoni am Info-Forum vom Montagabend, sei der entscheidende. Wenn es optimal laufe, liess Genoni durchblicken, könne der Entscheid an der Sommergmeind im Juni 2020 fallen, wahrscheinlicher sei jedoch der Novembertermin 2020.

Sagt der Souverän dann Nein, ist Suhr aus dem Projekt einer «neuen Kantonshauptstadt» ausgeschieden. Sagt er Ja, so glaubt der Gemeindepräsident, sei die Fusion perfekt. Es gibt zwar später noch eine Volksabstimmung über den definitiven Fusionsvertrag. Marco Genoni geht aber davon aus, dass das «nur noch die Umsetzung» eines allfälligen positiven Grundsatzentscheids vom November 2020 sein werde und dass dieser Entscheid, am Ende nicht mehr umgestossen würde.

Als die Zukunftsraum-Gemeinden im März den weiteren Fahrplan bekannt gaben, wurde auch mitgeteilt, dass der Prozess bis zur Absegnung des Fusionsanalyse in Suhr mehr Zeit beanspruchen werde als in Aarau, Densbüren und den beiden Entfelden. Marco Genoni liess damals gegenüber der AZ durchblicken, dass er davon ausgeht, dass die beim nächsten Gmeinds-Entscheid unterliegende Seite das Referendum ergreift und es in Suhr schon dann zu einer Urnenabstimmung kommt. Bis jetzt hielten sich in Suhr die Fusionsbefürworter und die Gegner ungefähr die Waage.

«Viel Dynamik» in Densbüren

Die allfälligen Entscheide über die Verträge zu den Fusionsprojekten Densbüren-Aarau und Oberentfelden-Unterentfelden-Aarau sollen noch in der laufenden Legislatur fallen. Die Volksabstimmungen zum Fusionsprojekt Suhr-Aarau sind dagegen erst für Herbst 2022 vorgesehen. Zuerst soll über die Fusion Densbüren-Aarau entschieden werden, dann über jene der beiden Entfelder Gemeinden mit der Stadt Aarau. Am Info-Forum aus dem rund 70-köpfigen Plenum auf den Umstand angesprochen, dass Densbüren nun auch Fusionsabklärungen mit Herznach und Ueken vornehmen will, sagte Suhrs Gemeindepräsident: «Da sieht man, wie viel Dynamik da drin steckt.»

Da der Gemeinderat den massgebenden Entscheid im November 2020 erwartet, will er nach Genonis Worten auf diesen Zeitpunkt hin «sehr viel in die Kommunikation investieren». Ziel sei es, möglichst übersichtliche und neutrale Informationen zu liefern und eine möglichst hohe Beteiligung an der Wintergmeind 2020 hinzukriegen. Die Vorbereitung soll rund ein Jahr vorher in die Wege geleitet und mit der Einsetzung einer Suhrer Arbeitsgruppe verbunden werden. Aus dem Plenum wurde die Frage aufgeworfen, was im Falle einer Fusion denn mit all dem Personal auf den Gemeindeverwaltungen passiere. Das sei etwas vom ersten, was im Rahmen der Fusionsanalyse angepackt worden sei, antwortete Marco Genoni. Er stellte auch in Aussicht, dass die entsprechenden Ergebnisse demnächst publik gemacht würden.

Querungshilfe bei der Bärenmatte

Vizegemeindepräsidentin Carmen Suter ging auf mehrere Fragen ein, die offenbar im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Kantonsstrassenabschnitt «Bären» – «Kreuz» an den Gemeinderat herangetragen worden waren. Unter anderem machte sie deutlich, dass es bei der «Bären»-Kreuzung wieder Fussgängerstreifen und eine Ampelanlage geben wird. Auf Höhe Bärenmatte werde es zudem auf der Bernstrasse für die Fussgänger eine Querungshilfe, nicht aber einen Fussgängerstreifen geben. Zuvor schon hatte Gemeindepräsident Genoni bestätigt, dass im August dieses Jahres auf der Tramstrasse zwischen «Bären» und Post ein Fussgängerstreifen aufgemalt werde. Ausserdem werde die versprochene Einspurstrecke für die Velofahrer in Richtung Post realisiert.

Skepsis gegenüber Steufelerbach

Die mehrheitlich von Skepsis geprägten Reaktionen aus dem Plenum dürften dem Gemeinderat gezeigt haben, dass das Projekt einer Wiederbelebung des Steufelerbachs nicht nur auf Begeisterung stösst. Zu glauben, dass so ein Rinnsal mit 2 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Stadtbach einen Klima-Effekt haben werde, sei Illusion, hiess es etwa. Und schon der historische Steufelerbach sei im Sommer jeweils völlig ausgetrocknet. Fische und andere Lebewesen im Bach würden unter solchen Umständen jämmerlich zugrunde gehen. Gemeinderat Thomas Baumann konterte, die Summe diverser Massnahmen mache den Klima-Effekt aus, nicht ein einzelnes innovatives Projekt wie ein kleines Fliessgewässer. Dieses soll via Dorfzentrum, Schulanlagen und Zopfmatte zur Suhre hinunter führen. Ein Votant äusserte auch Sicherheitsbedenken für den Fall, dass das Bächlein offen über das Schulgelände geführt werde.