Suhr

Zukunft Suhr hat die Mehrheit im Gemeinderat – SVP kassiert Niederlage

Zukunft-Suhr-Gemeinderäte (v.l.): Marco Genoni (bisher, neu als Präsident), Thomas Baumann (bisher), Oliver Krähenbühl (neu).

Zukunft-Suhr-Gemeinderäte (v.l.): Marco Genoni (bisher, neu als Präsident), Thomas Baumann (bisher), Oliver Krähenbühl (neu).

Der Versuch der SVP, in den Gemeinderat zurückzukehren, ist erneut gescheitert.

Auch der Bekanntheitsgrad von Feuerwehr-Vizekommandant Beat Woodtli (49) hat die Rückkehr der Suhrer SVP in den Gemeinderat nicht möglich gemacht. Der Neo-SVPler, der erst im Hinblick auf seine Kandidatur in die Partei eintrat, unterlag gestern dem andern neuen Kandidaten, dem vom Bündnis Zukunft Suhr portierten SP-Mann Oliver Krähenbühl (54). Bei einem absoluten Mehr von 876 Stimmen kam Krähenbühl auf 1128 Stimmen und liess damit Woodtli relativ deutlich hinter sich. Der SVP-Kandidat blieb mit 1014 Stimmen zwar ebenfalls über dem absoluten Mehr, fiel als Überzähliger aber aus der Wahl. Die SVP hatte schon bei der Gesamterneuerungswahl 2013 und bei der Ersatzwahl 2014 für Stephan Campi vergeblich versucht, mit Daniel Kopp einen Sitz im Gemeinderat zu erobern.

Die vier wieder kandidierenden Bisherigen Marco Genoni (55, Zukunft Suhr, 1815 Stimmen), Carmen Suter-Frey (57, bürgerlich-parteilos, 1749), Thomas Baumann (57, Zukunft Suhr, 1508) und Daniel Rüetschi (47, FDP, 1444) schafften gestern die Wiederwahl problemlos.

Genoni wird Gemeindepräsident

Zukunft-Suhr-Aushängeschild Marco Genoni wurde zudem mit 1609 Stimmen als Nachfolger von Beat Rüetschi (FDP) zum Gemeindepräsidenten gewählt. Im Kampf ums Vizegemeindepräsidentenamt setzte sich Carmen Suter-Frey überaus deutlich gegen den freisinnigen Konkurrenten Daniel Rüetschi durch. 1219 Stimmen entfielen auf Suter, gerade mal 472 auf Rüetschi. Bisheriger Vizegemeindepräsident war Marco Genoni.

Nach dem gestrigen Wahlsonntag steht fest, dass das seit 2005 in der Suhrer Politik mitmischende Mitte-Links-Wahlbündnis Zukunft Suhr im Gemeinderat über die Mehrheit verfügt. In dieser komfortablen Lage war Zukunft Suhr schon einmal: von 2009 bis 2011. Bei einer Nachwahl, in der sich damals der FDP-Mann Stephan Campi durchsetzte, ging die Mehrheit wieder verloren. Seither gehörten dem Suhrer Gemeinderat zwei Freisinnige, zwei Vertreter von Zukunft Suhr und die bürgerlich-parteilose Carmen Suter-Frey an. Sprich: Im Rat gab es eine bürgerliche Mehrheit. Ab dem 1. Januar 2018 ist diese Geschichte. Abzuzeichnen begann sich diese Entwicklung schon, als die FDP nicht nur das Präsidium, sondern auch ihren zweiten Gemeinderatssitz kampflos preisgab.

Dem Umstand, dass Zukunft Suhr nun die Mehrheit stellt, wollte Marco Genoni gestern auf Anfrage der AZ nicht zu viel Gewicht beimessen. Thomas Baumann und er seien bisher im Gemeinderat ja auch nicht immer gleicher Meinung gewesen. Oliver Krähenbühl sagte bei der gestrigen Wahlfeier von Zukunft Suhr bei ihm im Garten: «Es freut mich, dass uns die Bevölkerung so viel Vertrauen schenkt. Jetzt müssen wir dieses rechtfertigen.» Martha Brem, Präsidentin von Zukunft Suhr, führte Krähenbühls Wahl unter anderem auf die Marke «Zukunft Suhr» zurück. Die Wählerinnen und Wähler wüssten, dass das Wahlbündnis gute Leute nominiere.

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