Aarau
Zukunft des Kasernenareals kann weiter geplant werden

Der Einwohnerrat genehmigte einen Kredit, mit dem ein Masterplan für das Aarauer Kasernenareal entwickelt werden soll. Das Areal ist für die Stadt bedeutend. Der Waffenplatzvertrag zwischen Kanton und Armasuisse läuft 2030 aus. Was kommt danach?

Nadja Rohner
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Das Kasernenareal im Herzen Aaraus soll für die Bevölkerung auch ein Ort der Begegnung werden.Archiv/Jiří Vurma

Das Kasernenareal im Herzen Aaraus soll für die Bevölkerung auch ein Ort der Begegnung werden.Archiv/Jiří Vurma

Jiri Vurma

Der Aarauer Einwohnerrat genehmigte am Montagabend einen Verpflichtungskredit von 50 000 Franken für die Arealentwicklung des Kasernenareals. Auslöser war eine Motion aus dem Jahr 2013: Der Stadtrat wurde beauftragt, ein Konzept für die künftige Nutzung des Gebiets zu erstellen. Das Kasernenareal ist als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung im Richtplan festgesetzt. Wenn die Armee auszieht, soll es zu einem «attraktiven, lebendigen Teil der Innenstadt werden», heisst es im Raumentwicklungsleitbild.

Bis 2030 läuft ein Waffenplatzvertrag zwischen dem Kanton als Eigentümer der grössten Kasernenareal-Parzelle und Armasuisse. Wenn es nach Regierungs- und Stadtrat geht, wird dieser Vertrag nicht verlängert. Angedacht ist, das Areal bereits vorzeitig teilweise für die zivile Nutzung zu öffnen. Armasuisse prüft derzeit, welche Räumlichkeiten noch benötigt werden.

Das Stationierungskonzept zur Weiterentwicklung der Armee (WEA) sieht vor, die Infanterie-Durchdiener in den nächsten Jahren aus Aarau abzuziehen. Dafür sollen das Rekrutierungszentrum aus Windisch und das Kommando der Territorialdivision 2 nach Aarau verlegt werden. Die Bundesversammlung hat die Vorlage zwar schon beraten, allerdings noch keinen Entschluss gefasst. Die Beratung wird voraussichtlich in der kommenden Wintersession weitergeführt.

Absichtserklärung liegt vor

In Aarau wird derweil an einem Masterplan für die Entwicklung des Kasernenareals gefeilt. Zuständig ist eine Projektgruppe mit Mitgliedern von Stadt, Bund und Kanton. Eben erst wurde die erste Phase abgeschlossen. Daraus hervorgegangen ist eine Absichtserklärung, welche die Rahmenbedingungen der Konzeptionierung umfasst, etwa Perimeter, Zeitplan und Kostenteiler. Bis im Juni 2016 wird nun ein Leitbild für die Arealentwicklung entwickelt (Phase 2). In weiteren Phasen soll bis etwa 2018 eine Teiländerung Nutzungsplan, respektive ein Gestaltungsplan, erstellt werden. Dabei gibt es mehrere Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Die Arealentwicklung Kaserne ist im Investitionsprogramm 2015 bis 2020 der Stadt Aarau mit einem Bruttokredit von 700 000 Franken vermerkt. Die Hälfte davon übernimmt der Kanton, auf Aarau entfallen also 350 000 Franken.

Viel zu viel, sagte SVP-Einwohnerrat Beat Krättli. Der Bund würde das Kasernenareal auch 2030 nicht freiwillig räumen, es sei also alles andere als gesichert, dass das Areal künftig ausschliesslich zivil genutzt werden könne.
«Die Kosten lassen sich rechtfertigen», entgegnete Stadtpräsidentin Jolanda Urech und verwies auf andere Areale wie das Torfeld Süd oder das Gebiet Bahnhof Süd, wo die Stadt ebenfalls Geld für die Arealentwicklung eingesetzt hatte. «Diese Planung ist eine der Aufgaben der Stadtentwicklung.»

Die FDP-Fraktion stellte einen Änderungsantrag: Man solle erst die Mittel für die nächste Teiletappe, etwa 50 000 Franken, bewilligen und die weiteren Tranchen im Verlauf der Planung. Der Antrag wurde in der Ausmarchung nach einem Stichentscheid durch Einwohnerratspräsidentin Danièle Zatti Kuhn (FDP) angenommen und im Schlussentscheid mit 36 Ja zu 10 Nein-Stimmen bestätigt.

Zusätzlich beantragte die FDP, dass eine Vertretung der «Wirtschaftsfachstelle Kanton und Stadt» in der Projektgruppe vertreten sei. Der Antrag wurde deutlich angenommen.

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