Aarau
Zu laute Musik: An der MAG mögen es die Besucher gemässigt

Die Eventbühne am MAG sorgt für Diskussionen. «Ein Gesprächskiller», lautet die Kritik. An den MAG komme man zum Plaudern, da störe zu laute Musik. Jetzt machen sich die Veranstalter Gedanken über die Zukunft.

Ueli Wild
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Eine Frage des Musikstils? Auch der Jodlerklub Aarau wurde auf der Eventbühne in der Markthalle deftig verstärkt. Ueli Wild

Eine Frage des Musikstils? Auch der Jodlerklub Aarau wurde auf der Eventbühne in der Markthalle deftig verstärkt. Ueli Wild

Ueli Wild

Zahlen kann Michael Gautschi noch keine nennen. Aber für den Aarauer Feuerwehrkommandanten ist klar: Die Feuerwehrbeiz am MAG in der Markthalle lief nicht so gut wie in den letzten Jahren. «Wir haben Einbussen erlitten.» Gautschi räumt ein, auch das schöne Wetter habe die Leute zum Teil dazu animiert, im Freien zu bleiben. Den Hauptgrund für das Ausbleiben eines Teils der Kundschaft ortet er aber in der neu dazu gekommenen Eventbühne gleich neben der Feuerwehrbeiz. Das Problem: «Gewisse Darbietungen waren sehr laut, die Leute sagten uns, sie kämen zu uns, um miteinander zu reden, und das sei unter diesen Umständen nicht möglich.»

Messeleiterin Suzanne Galliker weiss genau, wo der Schuh drückt: im Ohr. Sie sei ständig vor Ort gewesen, und, ja, auch ihr sei natürlich zu Ohren gekommen, dass die Musik zu laut gewesen sei. Rund einen Monat vor dem MAG sei die Situation jedoch mit den Betreibern der Beizen besprochen worden. «Und da», so Galliker, «haben wir gesagt: ‹Wir ziehen das nun mal durch und machen nachher ein gutes Debriefing.›»

Über 100 Dezibel gemessen

Die Lautstärke jeder Band wurde gemessen. In einem Fall lag sie über 100 Dezibel. «Das», sagt Galliker, «war aber eine Band, die nicht wir engagiert hatten.» Aber natürlich würden sich die MAG-Verantwortlichen nun Gedanken zum Thema Bühne machen. «Kein Veranstalter will, dass niemand kommt.»

Vielleicht müsste man die Musikgruppen anders auswählen, sinnierte MAG-Präsident Rainer Zulauf in einer ersten Reaktion. Und Feuerwehrkommandant Michael Gautschi erinnerte daran, dass am Donnerstagabend Stubete-mässig Volksmusik geboten wurde. «Das hätte eigentlich noch gepasst.» – Aber auch der Jodlerklub wurde fett verstärkt.

Zur Musikstil-Frage stellt Suzanne Galliker klar: «Wir hatten den Auftrag, einen MAG mit Volksfestcharakter zu machen. Das heisst aber nicht, dass alles volkstümlich sein muss.» Und der emotionale Aspekt sei auch nicht zu unterschätzen: «Ich stelle mir vor, da stehen junge Leute auf der Bühne, die in zehn Jahr an den MAG kommen und ihren Kindern erzählen: ‹Hier habe ich meinen ersten Auftritt gehabt.›»

Eine kleine Panne gabs beim Sonntagsbrunch, der in den MAG-Flyer Eingang fand – bevor er abgeblasen wurde. Die Beizli witterten Konkurrenz. Blickt Suzanne Galliker zurück, ist für sie nicht zuletzt dies erfreulich: «Wir hatten 118 sehr zufriedene Aussteller.»