Erlinsbach
Zu hohe Miete? Neuer Eigentümer wird Beiz im Dorfzentrum nicht los

Schon wieder wird ein neuer Mieter für das Restaurant Löwen im Dorfzentrum gesucht. Den letzten Mietern wurden im Juli nach nur wenigen Monaten schon wieder gekündigt. Über die Gründe widersprechen sich die Verwaltung und die alten Pächter.

Silvana Schreier
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Der Vertrag der letzten Mieter wurde von der Goda Verwaltung gekündigt. Sie sollen die Miete nicht bezahlt haben. (Archivbild)

Der Vertrag der letzten Mieter wurde von der Goda Verwaltung gekündigt. Sie sollen die Miete nicht bezahlt haben. (Archivbild)

Nadja Rohner

Das Restaurant Löwen liegt mitten in Erlinsbach SO. Es ist komplett möbliert, hat 40 Parkplätze für Gäste, eine Bar, eine Gartenwirtschaft, mehrere Lagerräume und drei Gewölbekeller. «Dieses beliebte und volleingerichtete Restaurant ist ab sofort zu vermieten», steht im Inserat auf der Plattform comparis.ch, das von der Goda Verwaltung in Zürich aufgeschaltet wurde. Denn seit August 2018 steht das Lokal leer.

Die Dorfbeiz an der Gösgerstrasse 1 hat eine bewegte Zeit hinter sich: Von 2011 bis 2012 stand das Lokal leer. Ab März 2012 wirtete dann das Pächterpaar Sonja Frei und Dirk Fricke im «Löwen». Auf Ende März 2018 kündigten die beiden ihren Mietvertrag. Ein neuer Wirt wurde gesucht. Das Restaurant war für eine monatliche Miete von 2950 Franken für das Lokal mitsamt Mobiliar ausgeschrieben. «Komplett eingerichtetes Quartierrestaurant» lautete der Titel des Inserats sowohl damals wie auch heute.

«Mieter gingen in Konkurs»

Laut Dragnic Velibor von der Goda Verwaltung fand sich rechtzeitig geeignete Mieter, die das Restaurant ab April übernahmen. Sie blieben jedoch nur bis Ende Juli: «Die Mieter gingen in Konkurs. Sie haben nie eine Mietrechnung bezahlt und auch ihren Lieferanten blieben sie Geld schuldig», sagt Velibor auf Anfrage dieser Zeitung. Darum habe die Verwaltung rechtliche Schritte eingeleitet.

Das Ehepaar, dass das Restaurant Löwen gemietet hatte, widerspricht den Vorwürfen: «Wir haben immer Miete bezahlt», sagt der ehemalige «Löwen»-Wirt zu dieser Zeitung. Da sie mittlerweile ein anderes Restaurant führen, wollen sie nicht mit Namen genannt werden. Der Mann erzählt, sie hätten nach wenigen Wochen plötzlich den Kündigungsbrief erhalten. Auf Ende Juli mussten sie raus aus der Beiz. «Das war mir aber recht», meint er. Denn die Goda Verwaltung sei «eine Katastrophe»: Von Beginn weg seien Küchengeräte und die Toiletten defekt gewesen. Bei der Verwaltung habe man aber nichts davon wissen wollen. Zudem hätten sie eine höhere Miete als zunächst abgemacht bezahlen müssen.

Ist der Mietpreis zu hoch?

Seit August ist das Gasthaus nun wieder zur Miete ausgeschrieben. Allerdings für einen deutlich höheren Mietpreis: 4450 Franken wurden Anfang August verlangt. Mittlerweile sank die Miete um 1000 Franken auf 3450 Franken pro Monat. Velibor erklärt: «Ein Grund dafür, warum noch kein neuer Mieter gefunden wurde, könnte sein, dass der Mietpreis zu hoch angesetzt ist.» Darum hätten sie den Preis zwei Mal nach unten angepasst. Zudem hat es scheinbar einen Eigentümerwechsel gegeben: Das Restaurant Löwen gehört mittlerweile der Zweiteliegenschaft AG mit Sitz in Zug. Laut Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, verlangt der neue Besitzer mehr Miete, da er den Wert des Lokals höher schätzt.

Velibor von der Goda Verwaltung ist sich sicher, dass bald ein Nachmieter für das Restaurant mit drei Stockwerken und 360 Quadratmetern Fläche gefunden wird: «Derzeit haben wir einige offene Anfragen von Interessenten. Noch ist nichts konkret, aber das Lokal kann sicher in den nächsten Wochen wieder vermietet werden.»

Aargauer Gault-Millau-Restaurants:

Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)
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So sieht das «Hasenberg» von aussen aus. (Archivbild)
Rosmarin, Lenzburg «Philipp Audolensky hat mit seiner Liebe zum Detail und mit seinen lustvollen Gerichten begeistert», schreibt der Gault Millau. Sein Restaurant Rosmarin (im Hintergrund) hat 15 Punkte.
Schlossgarten, Schöftland Der Schlossgarten gehört weit über die Dorfgrenzen hinweg zu den bevorzugten Adressen. Auch der Schlossgarten kann 15 Gault-Millau-Punkte vorweisen.
Wirtshaus zur Heimat, Ehrendingen Tim Munz und seine Partnerin Melina Rychener haben das Wirtshaus im Frühling 2016 übernommen. Munz hat als Küchenchef 2018 um einen Punkt zugelegt und ist neu bei 14 Punkten.
Tim Munz vom Wirthaus zur Heimat hat 14 Punkte "Heimat"-Wirt Tim Munz und sein Team: "Jeder Gast wird bei uns so behandelt, wie ein potenzieller Gault-Millau-Tester."
Restaurant Fahr, Künten-Sulz Die jungen Wirte Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier sind mit 14 Punkten ausgezeichnet worden – erstmals.
Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier in der Gaststube.
Pfändler's Gasthof zum Bären, Birmenstorf Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Bären, Mägenwil Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Silvio's Ampère, Rupperswil Das Ampère erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Bänziger, Seon Das Restaurant erhielt wie auch schon im Vorjahr 14 Punkte.
 Martin Bänziger führt das Gourmet-Restaurant.
Zum Hirschen, Villigen Der Gastro-Kritiker verlieht dem Restaurant in Villigen 14 Punkte.
Nadja Schuler und Stephane Wirth haben den Landgasthof zum Hirschen in Villigen im Februar 2013 übernommen.
Landgasthof Ochsen, Wölflinswil Auch er erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Kettenbrücke, Aarau Ende März 2016 öffnete das Aarauer Vierstern-Stadthotel Kettenbrücke seine Tore im neuen Glanz. Nun hat es 13 Punkte erhalten und gehört neu zu den Aargauer Gault-Millau-Restaurants.
Die Küche unter der Leitung von Jörg Krölls überzeugte die Tester mit Wiener-Schnitzel und Kartoffel-Gurken-Salat.
Barracuda, Lenzburg Die Brasserie wurde im Juni 2017 eröffnet. Auch sie befindet sich neu im Gault Millau – mit 13 Punkten.
Hotel Bären, Bärenstübli, Suhr Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Das Ziel von Chefkoch Stephan Pletschacher ist es, den 14. Punkt zurückzuerobern.
Mürset, Aarau Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Pinte, Dättwil Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Patrick Troxler, Küchenchef und Inhaber der Restaurant Pinte Dättwil AG, vor der Dättwiler Traditionsbeiz.
Zur Mühle, Oberentfelden Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Zähler.
Beluga, Aarau Küchenchef Robin Dürlewanger. Das Restaurant erhielt 13-Gault-Millau-Punkte, einen weniger als im Vorjahr.
Seerose, Cocon, Meisterschwanden Das Restaurant erhielt 12 Punkte von Gault Millau, einen weniger als im Vorjahr.

Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)

Emanuel Freudiger