Aarau

«Zu geringe Verbesserung»: Kein Zustupf vom Bund für die Ersatzbrücke Pont Neuf

Der neue Pont Neuf wird rund 33 Millionen Franken kosten.

Der neue Pont Neuf wird rund 33 Millionen Franken kosten.

Der Bundesrat hat dem Antrag für einen Beitrag an den Kettenbrücke-Ersatzbau eine Abfuhr erteilt. Er liess sich nicht von den geplanten Aufwertungen für den Fuss- und Veloverkehr überzeugen — diese wären zu gering.

Es ging schneller, als es die Planer beim Kanton vorausgesagt hatten. Im Sommer werde man wissen, ob der Bund sein Kässeli zugunsten des Pont Neuf öffnet und mehrere Millionen Franken an den 33-Mio-Franken-Neubau zahlt.

Möglich machen würde es das Agglomerationsprogramm AareLand. Der Kanton hatte den Pont Neuf ins Rennen um Gelder aus der 3. Generation dieses Programms geschickt; mit dem Entscheid rechnete das zuständige Departement Bau, Verkehr und Umwelt aber erst in einigen Monaten.

Und doch hat gestern der Bundesrat beschlossen: Für den Pont Neuf soll es keinen Zuschuss geben. Wieder nicht, muss man sagen, denn schon bei der 2. Generation des Agglo-Programms AareLand hatte der Kanton das Dossier Pont Neuf erstmals eingeschickt. Weil sich der Bau wegen Einsprachen sowieso verzögert hatte, blieb Zeit für einen weiteren Versuch in der 3. Generation.

Die Bundesbeiträge gäbe es für Massnahmen zur Aufwertung der Fuss- und Veloverkehrswege. 10 Mio. Franken sind dafür beim Brücken-Neubauprojekt veranschlagt; der Bund würde 35 Prozent davon zahlen – also rund 3,5 Millionen.

«Der Bundesrat ist offenbar erneut zum Schluss gekommen, dass die beim Pont Neuf vorgesehenen Massnahmen zur Aufwertung des Langsamverkehrs eine zu wenig deutliche Verbesserung bringen», sagt der zuständige Projektleiter beim Kanton, Roberto Scappaticci. Er betont, man habe «alles eingeplant, was unter den vorhandenen Gegebenheiten und Möglichkeiten machbar ist»:

Der Projektierungswettbewerb sei so ausgestaltet worden, dass vor allem der Langsamverkehr profitieren soll. «Im Zuge der Projektierungsarbeiten wurden unter anderem in der Zusammenarbeit mit Pro Velo weitere Optimierungen vorgenommen. Es wurde alles darangesetzt, die heutige Situation so weit wie möglich aufzuwerten. Zum Beispiel wird die Strassenfläche zugunsten der Langsamverkehrsfläche verkleinert.»

Eine Chance bleibt

Der Bundesratsbeschluss wird nun in die Vernehmlassung gegeben, abschliessend entscheidet das Parlament. «Wir wurden eingeladen, zum Bundesratsbeschluss Stellung zu nehmen, und werden die Chance nutzen, darzulegen, wieso der Pont Neuf die Gelder aus dem Agglomerationsfonds verdient hat», so Scappaticci.

Und falls auch das Parlament Nein sagt? «Theoretisch könnten wir das Projekt dann zum dritten Mal einreichen, um zu versuchen, in der 4. Generation an Beiträge zu kommen», erklärt Scappaticci. Aber: «Das würde bedeuten, dass wir erst 2028 mit dem Bau beginnen könnten.» Dass der Kanton das nicht will – und die Stadt Aarau auch nicht –, liegt auf der Hand. Zumal der Unterhalt der alten, stellenweise maroden Brücke ins Geld geht.

Region hat auch schon profitiert

Das Geld aus den Agglomerationsprogrammen des Bundes soll den Regionen helfen, die Siedlungsentwicklung und den Agglomerationsverkehr optimal zu planen. Auch die Region Aarau konnte schon davon profitieren. Geld gab es zum Beispiel für die Eigentrassierung der Wynen- und Suhrentalbahn (Suhr–Aarau).

Auch bei der 3. Generation geht Aarau nicht ganz leer aus: Vom Bundesrat vorläufig genehmigt wurde ein Beitrag – 2,59 Millionen Franken – ans Betriebs- und Gestaltungskonzept Entfelderstrass. 

Aarauer Altstadt in Bildern:

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