Jurapark Aargau
Zu Fuss den Jura-Schätzen auf der Spur

Zwei neue Themenwege im Parkgebiet zeigen, wie schön es direkt vor der Haustüre sein kann.

Nadja Rohner
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Die Jurapark-Natura-Trails führen durch viele Buchenwälder. Jetzt im Frühling sind sie besonders lauschig. Sandra Ardizzone

Die Jurapark-Natura-Trails führen durch viele Buchenwälder. Jetzt im Frühling sind sie besonders lauschig. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Pünktlich zur Auffahrt lanciert der Jurapark Aargau zusammen mit der Organisation Naturfreunde Schweiz zwei neue sogenannte Natura Trails. Das sind Themenwege durch landschaftlich reizvolle Gebiete in ganz Europa, die neusten im Jurapark. «Die Menschen sollen die Natur bewusst erleben», erklärt Ruedi Heer, Präsident der Naturfreunde Schweiz. «Man darf das Auge nicht verlieren für die Natur in der Umgebung. Heute kann man mit dem Handy umgehen, weiss aber nicht mehr, was im Wald wächst.»

Die Organisation Naturfreunde Schweiz besteht seit rund 100 Jahren. In letzter Zeit ist ein massiver Mitgliederschwund zu verzeichnen. Auch von den «Naturfreundehäusern» – Anlagen ähnlich wie SAC-Hütten, bloss im Mittelland und in den Voralpen – sind einige wieder verschwunden. Dem will man entgegenwirken, indem man junge Familien zurück in die Natur holt – und mit den Natura Trails, die in der Nähe der «Naturfreundehäuser» liegen, auch Übernachtungskundschaft akquiriert. Im Jurapark gibt es solche Häuser auf der Gisliflue und der Schafmatt, teilweise sind sie bewirtschaftet.

Anspruchsvoller Trail

Für Jurapark-Geschäftsleiterin Christine Neff bieten die neuen Trails «einen wunderschönen Querschnitt der Vielfalt des Juraparks». Trail 1 führt in 18,5 km von Linn via Ruine Schenkenberg und über die Gisliflue bis Biberstein. Route 2 startet in Veltheim und führt via Staffelegg und Wasserflue nach Breitmis bei Obererlinsbach. Die schöne Aussicht will verdient sein: Diese Route ist anstrengender und deshalb eher für Familien mit grösseren Kindern gedacht. Bei müden Beinen kann sie aber auch gut abgekürzt werden.

Theoretisch liessen sich die Trails nur mit einer Karte ablaufen. Aber viel spannender ist es mit dem Taschenführer, erhältlich über «naturfreunde.ch» oder auf der Jurapark-Geschäftsstelle in Linn. Dieses Büechli, gut 100 Seiten dick, liefert eine Fülle an Informationen zum Jurapark. Man lernt nicht nur, dass die Gisliflue früher ein Korallenriff war, sondern auch, wie die Polenstrasse zu ihrem Namen kam und dass Pferde den Schwalbenwurz, eine im Jurapark beheimatete Pflanze, erst nach dem ersten Frost fressen. Keine überlebenswichtigen Informationen, aber interessant.

Nützlich ist das Büechli vor allem auch wegen den detaillierten Beschreibungen von Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten sowie der eigentlichen Routenführung. Dass man «im Weiler Schenkenberg bei Vikkys Hundesalon rechts wieder ins Strässchen einbiegen» muss, könnte dem Wanderer nämlich ohne Taschenführer entgehen. Denn: Beschildert sind die Trails nicht. «Es hat schon genügend Schilder in der Schweiz», so der Standpunkt der Naturfreunde.

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