Suhr

Zu diesem Spatenstich werden die Gäste per Videokonferenz zugeschaltet

In Suhr wird für die Aarauer Stiftung Töpferhaus ein rund 8 Millionen Franken teurer Neubau errichtet.

Begonnen hat alles 2009 mit vier Rüeblitorten. Gebacken in der Not, verkauft im Quartierladen nebenan. In Not? «Wir hatten zu wenig Arbeit für unsere Klienten und haben deshalb mit dem Backen angefangen», sagt Daniel Aeberhard, seit elf Jahren Leiter der Stiftung Töpferhaus.

Jetzt ist es wieder eine Not, die dazu führt, dass Aeberhard in einer Baugrube am Schützenweg in Suhr steht: die Platznot. Denn die Backwaren aus dem Töpferhaus sind heute so beliebt, dass es in der Backstube an der Bachstrasse zu eng ist. Alleine vom beliebtesten Produkt, dem Bachfisch, wurden letztes Jahr 29'700 Stück gebacken.

Diese Not lindern wird das Gebäude, dessen Grundsteinlegung am Mittwochnachmittag stattfand: das «Haus für Menschen» mit 19 Wohnstudios und 20 Arbeitsplätzen. Back- und Teigwaren sollen hier produziert werden, unter anderem der Bachfisch – der Aarauer wird künftig in Suhr gebacken. Bezugstermin ist im Sommer 2021.

Eine Flasche Wein für die Archäologen

Es ist ein wichtiger Tag für die Stiftung, jahrelang hat man auf ihn hingearbeitet, mit Gästen hätte man ihn feiern wollen. Jetzt ist die Gruppe in der Baugrube coronabedingt klein; nebst Daniel Aeberhard sind Gemeindepräsident Marco Genoni, Daniel Kusio von Impact Immobilien (das Unternehmen baut das Gebäude und vermietet es an die Stiftung), Vertreter der Baufirma Halter AG und der Frei Architekten AG dabei. Mittels Videokonferenz zugeschaltet sehen rund 50 zusätzliche Zuschauer, wie der Grundstein – eine Box – mit Erinnerungstücken gefüllt wird: mit der Stiftungszeitschrift, mit einem Fünfliber, mit einer Broschüre zu Suhr, mit Bauplänen, einer Zeitung – und mit einer guten Flasche Rotwein, als Überraschung für die Archäologen dereinst. Dann wird die Box verschweisst und versenkt, das Loch zugeschaufelt. «Damit setzen wir heute einen weiteren Baustein für die Entwicklung von Suhr Süd», so Marco Genoni. Denn die Cafeteria im Haus soll für die Quartierbewohner öffentlich werden. «Wir werden hier nicht nur Teil des Quartiers sein, wir werden es auch mitentwickeln. Darauf freuen wir uns sehr», so Aeberhard.

Es braucht auch dringend mehr Arbeitsplätze

Mit dem Standort Suhr kann das Töpferhaus sein Angebot an Arbeitsplätzen leicht ausbauen. Auch das ein dringend nötiger Schritt. «Die Zahl Erwachsener mit psychischer Beeinträchtigung ist in den letzten Jahren stark angestiegen», sagt Aeberhard. Heute betreut das Töpferhaus 200 Klienten. Zu den aktuell 40 Arbeitsplätzen kommen 21 Tagesstätten- und 60 Wohnplätze. Die Stiftung zählt 35 Vollzeitstellen.

Die Kosten für das Neubau-Projekt belaufen sich auf insgesamt rund 8 Millionen Franken. Den grössten Teil finanziert die Impact Immobilien AG, eine Million für den Innenausbau muss das Töpferhaus übernehmen, gesammelt durch Fundraising. Stand heute ist knapp die Hälfte zusammen.

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