Fusionspartner
Zu Aarau oder doch lieber zu Oberentfelden? Unterentfelden fällt heute die Entscheidung

Nach dem unerwartet klaren Nein zum Zukunftsraum in Oberentfelden liegt der Ball nun bei der Zwillingsgemeinde Unterentfelden. Die Gemeinde hat jetzt die Wahl zwischen zwei potenziellen Fusionspartnern.

Daniel Vizentini
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Unterentfelden darf sich nun zwischen Aarau und Oberentfelden entscheiden.

Unterentfelden darf sich nun zwischen Aarau und Oberentfelden entscheiden.

Mario Heller

Mit einem Nein aus Oberentfelden hätte man rechnen können, dass die Fusionsgegner aber so viel besser mobilisieren und das Volk mit 60,6 Prozent dagegen stimmt, kam in der Deutlichkeit doch unerwartet. Knapp zwei Monate zuvor hatte das benachbarte Unterentfelden an der Urne mit 55,9 Prozent dem Projekt Zukunftsraum Aarau zugestimmt.

Dort bestätigt Gemeindeammann Heinz Lüscher nun: Die Ausgangslage hat sich durch das Oberentfelder Nein doch etwas geändert. «Es sind jetzt verschiedene Aspekte auf dem Tisch», nebst einer Fusion mit Aarau eben neu auch eine Fusion nur mit Oberentfelden. Am Sonntag sagte deren Gemeindeammann Markus Bircher, «eventuell kommt ja eine Fusion zwischen Unter- und Oberentfelden wieder einmal aufs Tapet». Was nun in Unterentfelden passiert, würden die Oberentfelder mit Interesse verfolgen.

Der Zukunftsraum wurde gestern Abend an der Unterentfelder Gemeinderatssitzung diskutiert. Was dort entschieden wurde, wird Heinz Lüscher an der Sitzung der Projektsteuerung des Zukunftsraums heute Nachmittag vorlegen. An dieser nehmen die Gemeinderäte der verbliebenen Zukunftsraumgemeinden teil, geleitet durch den Aarauer Stadtpräsidenten Hanspeter Hilfiker. Dieser hatte am Sonntag nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses aus Oberentfelden verkündet, man werde heute Dienstag besprechen, ob das Projekt «hier gestoppt werden soll».

Fusionsgespräche scheiterten früher an den Unterentfelder

Unterentfelden hat nun die Wahl zwischen zwei potenziellen Fusionspartnern. Jedenfalls hatten schon die Zukunftsraumgegner aus Oberentfelden signalisiert, dass sie eine Fusion nur mit Unterentfelden eher als sinnvoll erachten oder gar begrüssen würden. Und auch in Aarau dürfte eine Fusion nur mit Unterentfelden am wenigsten auf Widerstand stossen – unter anderem bei linken Wählern, da die SP, wie in Aarau, auch in Unterentfelden stark ist.

Fusionsgespräche zwischen den stark verwobenen Entfelden scheiterten früher an den Unterentfelder, die lieber zu Aarau wollten. Der Unterentfelder Teil des Komitees Pro Zukunftsraum gab bereits bekannt, die Fusion mit Aarau weiterverfolgen zu wollen. Das klare Volks-Ja vom Oktober sei weiter gültig und als ein Ja zu Aarau zu interpretieren.