125 direkte und 100 indirekte Arbeitsplätze, 18 Prozent der Schweizer Zement-Produktion: Es steht viel auf dem Spiel. Die Jura-Cement-Fabriken (JCF) brauchen in ihrem Steinbruch Jakobsberg-Egg neue Abbaugebiete, um die Zukunft des Zementwerks in Möriken-Wildegg bis 2040 zu sichern.

Ein anspruchsvoller und zeitintensiver Planungsprozess. Und die Zeit drängt. Nächsten Freitag entscheidet die Ortsbürgerversammlung von Veltheim darüber, ob die «Zementi» im Gebiet Ost (siehe Karte) 241'000 Kubikmeter Gestein abbauen darf.

Die neuen Gebiete (rot) sind kleiner als vom Richtplan (blau) genehmigt: Bevölkerung und Landschaft sollen geschont werden.

Die neuen Gebiete (rot) sind kleiner als vom Richtplan (blau) genehmigt: Bevölkerung und Landschaft sollen geschont werden.

Sie würden eine neu ausgehandelte Entschädigung von 1.60 Franken pro Kubikmeter verwertbarem Material erhalten, also insgesamt knapp 400'000 Franken. Der Abbau im Bereich Ost soll in den Jahren 2028 bis 2040 erfolgen.

Im Bereich West ist die Ortsbürgergemeinde von Auenstein Grundstückbesitzerin. Die Auensteiner werden ihren Entscheid im Januar fällen. Im Gebiet West soll der Abbau zwischen 2022 und 2030 stattfinden.

Im Jahr 2020 gehts um die Wurst

Der Abbau auf den beiden Ortsbürgerparzellen ist nur möglich, wenn die Einwohnergemeinden von Auenstein und Veltheim dem Teilnutzungsplan zustimmen. Das soll bis im Frühling 2020 geschehen.

In Auenstein ist die Skepsis grösser als in Veltheim. Vor einem Jahr sammelte die Gruppe «Pro Auenstein» 192 Unterschriften für eine massive Redimensionierung der Abbaupläne. Damals im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens für die Richtplananpassung. Der Zementfabrik soll nur eine kleine neue Abbaufläche zugestanden werden.

Der Widerstand war vorerst wirkungslos. Im März genehmigte der Grosse Rat den für die Zukunft der «Zementi» notwendigen Eintrag im Richtplan mit 102 zu 10 Stimmen.

Am Freitag startete Jura Cement nun gemeinsam mit je einem Vertreter der Gemeinderäte von Veltheim und Auenstein die nächste Offensive zur Information der Bevölkerung. An einer Pressekonferenz zeigten sie die Bedingungen der Gemeinderäte auf. Jura Cement will allen sechs Kernforderungen mit Aufwand in Millionenhöhe nachkommen.

Es geht um eine (weitere) starke Reduzierung der Lärmimmissionen beispielsweise durch Fräseneinsatz, die Rekultivierung stillgelegter Areale (siehe unten), attraktive Entschädigungszahlungen an die Gemeinden (die 1.60 Franken pro Kubik), die Vermeidung von Grundwasser-Einbrüchen, die Sicherung der Arbeitsplätze und um die Endlichkeit des Steinbruchs.

Denn diese Abbaubewilligung 5 soll die letzte sein in der Geschichte des Steinbruchs. «Als Anwohner hat man es irgendwann gesehen mit dem Steinbruch», sagt Ulrich Salm, Gemeindeammann von Veltheim. Jetzt soll es aber noch nicht so weit sein.