Während Jahren bemerkte der Bund nicht, dass zwei Transportunternehmen im Grossraum Aarau Staatsgelder regelwidrig verrechnet haben. Zu den Unregelmässigkeiten ist es laut einem Bericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) bei der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) und dem Busbetrieb Aarau (BBA) gekommen. Pauschalen für Aufwendungen der gemeinsamen Direktion seien falsch berechnet worden, berichtet die "Sonntagszeitung".

Die ÖV-Kontrolleure des Bundes vermuten «eine bedeutende», unerlaubte Quersubventionierung. Das BAV geht von jährlich bis zu 300'000 Franken falsch abgerechnet Abgeltungsbeiträgen aus. Hochgerechnet auf die Jahrzehnte – die beiden Unternehmen betreiben seit 1960 eine gemeinsame Direktion – muss von falsch abgerechneten Beträgen im ein- bis zweistelligen Millionenbereich ausgegangen werden.

Ein Nullsummenspiel

Wie bei der Postauto-Affäre entdeckte das BAV die falschen Abrechnungen auch hier erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Das Bundesamt verzichtete auf eine vertiefte Abklärung und spricht lediglich von einer "Ungenauigkeit". Falls der WSB tatsächlich zuviel bezahlt worden wäre, wären die Abgeltungen des Busbetriebs Aarau reduziert worden, betont das BAV gegenüber der "Sonntagszeitung" und geht deshalb von einem «Nullsummenspiel» aus.

Die Regionalbahn WSB betont in einem schriftlichen Statement, man habe nie willentlich oder wissentlich geltendes Recht missachtet.