Die Eintrittszahlen der sechs Aargauer Kantonsschulen in Aarau (2), Baden, Wettingen, Wohlen und Zofingen bleiben hoch. Seit die Maturitätstypen abgeschafft worden sind, die Kantonsschulen also ein identisches «Programm» anbieten, können die Volksschulabgänger ihre Kanti grundsätzlich frei wählen. In aller Regel entscheiden sie sich für jene, die am nächsten bei ihrem Wohnort liegt – oder für jene, die in ihrem Urteil besonders gut abschneidet.

Wettingen als beliebteste Schule

Doch nicht immer stimmen Wünsche und Möglichkeiten überein. Die Kantonsschulen bewegen sich belegungsmässig am oberen Limit. Und so müssen jedes Jahr eine Anzahl Jugendlicher an eine andere Kanti «zwangsversetzt» werden (das Bildungsdepartement nennt diese Verfügungen neutral «Zuteilungen»). Das gilt nicht nur für die Gymnasien, sondern auch für die Wirtschafts- und die Fachmittelschulen.

Die Zahl dieser Umplatzierungen schwankt stetig. Sie ist abhängig von der Bevölkerungsentwicklung in den Regionen, aber auch von der Bautätigkeit an den einzelnen Schulen. Vor zehn Jahren, 2004 und 2005, lag die Zahl der Umteilungen im Kanton noch bei je 114, rund 100 davon betrafen Wettingen. Dann sanken die Zahlen auf den Minusrekord von bloss 6 Zuteilungen im Jahr 2009. 2012 dann der Rekord von 167 Versetzungen, 102 davon betrafen Wettingen. Mehrere Schulen litten damals unter Raumnot, die später mit Pavillons gemildert wurde. 2013 gab es 57 Versetzungen, 44 betrafen Wettingen.

2014: Eher durchschnittlich

Am 11. August dieses Jahres werden 44 Jugendliche in eine Mittelschule eintreten, die nicht ihrem Wunsch entspricht. 35 dieser Umteilungen betreffen das Gymnasium, 9 die FMS.

Spitzenreiter ist die Alte Kanti Aarau mit 20 «Wegweisungen»: 11 Betroffene gehen nach Zofingen, 7 an die neue Kanti Aarau, je einer nach Baden und Wohlen. Auf dem zweiten Platz liegt dieses Jahr die Kanti Wohlen mit 15 Versetzungen: 11 Jugendliche gehen nach Baden, 4 nach Wettingen. Es folgen die Neue Kanti Aarau mit 5 Versetzungen (alle nach Wettingen) und die Kanti Wettingen mit 4 (je 2 nach Aarau und Wohlen). Überschneidungen gibt es wegen der verschiedenen Schultypen (Gymnasium, WMS, FMS). Bei den Kantonsschulen von Baden und Zofingen gibt es dieses Jahr keine Wegweisungen.

Die Kantonsschule Wohlen erscheint erstmals mit einer zweistelligen Zahl auf der Wegweisungs-Liste. Dies, obwohl das Raumangebot kürzlich ausgebaut worden ist. Seit 2013 wird in Wohlen neben dem Gymnasium auch eine Fachmittelschule geführt.

1000 Eintritte, 44 Umteilungen

Die Zahlen können bis Schuljahresbeginn noch leicht variieren. Wichtig ist aber die Relation: Seit 2010 treten jährlich mehr als 1000 Erstklässler in die sechs Kantonsschulen ein. Da nimmt sich die Zahl der 44 «Straf-Versetzungen» doch eher bescheiden aus.

Nach Auskunft von Bettina Diem, Sektionschefin Mittelschulen im Bildungsdepartement, wird die Zahl der Mittelschüler nun bis zirka 2019 stagnieren, um dann laut Bevölkerungsprognose abermals anzusteigen. «Die Raumpotenziale werden momentan im Rahmen des Projektes ‹Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II› abgeklärt. Ob die vorhandenen Raumkapazitäten ausreichen, lässt sich noch nicht sagen.» Im Rahmen dieses Konzeptes wird übrigens auch geprüft, ob die Wirtschafts- und die Informatik-Mittelschule allenfalls von den Mittelschulen hin zu den Berufsschulen verlegt werden sollen.