Aarau
WSB: Konflikt hinter dem Bahnhof

Parteien und Verbände gehen grundsätzlich mit dem Regierungsrat einig: Der Bahnhof der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) in Aarau muss dringend ausgebaut werden. Aber sie bedauern, dass WSB weiterhin Strasse quert.

Hubert Keller
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Der Mittelperron der WSB in Aarau wird breiter und länger, das neue Dach 78 Meter lang. Visualisierung BVU

Der Mittelperron der WSB in Aarau wird breiter und länger, das neue Dach 78 Meter lang. Visualisierung BVU

Dies zeigt die Vernehmlassung, die vor Weihnachten abgeschlossen wurde. Das Parlament soll die Vorlage im ersten Quartal 2011 beschliessen. Der Ausbau von Zugang, Perrons und Technik wird auf 14,3 Mio. Franken veranschlagt. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet.

Problem Hintere Bahnhofstrasse

Zum Teil sehr kritisch beurteilt wird, dass mit der vorliegenden Projektvariante «Ist Plus» der Konflikt zwischen motorisiertem Verkehr und WSB, die sich auf der Hinteren Bahnhofstrasse kreuzen, nicht gelöst wird. So verlangt die SVP, dass «Strassenverkehr und öffentlicher Verkehr unbedingt zu entflechten» seien. Erwartet werden vom Baudepartement «kreative und kostengünstige Lösungsvorschläge», wobei die Stossrichtung klar ist: «Der öffentliche Verkehr und der Langsamverkehr dürfen den motorisierten Individualverkehr nicht behindern.»

Moderater im Ton und durchaus im Sinne der Regierung lassen sich CVP, FDP, EVP und Grünliberale vernehmen. Insbesondere schätzt man die Realisierbarkeit der vorgeschlagenen Variante als hoch ein. Bahnseitig scheine die Lösung «Ist Plus» «alle
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung auf sich zu vereinen, schreibt die CVP. Die Lösung sei «realisierbar, zweckmässig, verhältnismässig, kostengünstig». Die CVP Aargau machte aber im gleichen Zug ebenfalls darauf aufmerksam, dass die Kreuzung der Hinteren Bahnhof-strasse mit dem WSB-Ast Richtung Wynental nicht gelöst sei.

Die CVP befürwortet denn auch, dass eine Gesamtsanierung der Situation an der Hinteren Bahnhofstrasse ins Auge gefasst werden sollte, das heisst, die entsprechende Variante
finanziell dargestellt und weitere Varianten gesucht werden sollten.

Entflechtung zu teuer

Die FDP bedauert, dass «es die Finanzen nicht erlauben, die Entflechtung von WSB-Trassee und Hinterer Bahnhofstrasse bereits jetzt zu realisieren». Ob je genug Geld für dieses logische Vorhaben vorhanden sein werde, müsse zum heutigen Zeitpunkt offenbleiben.

Die gleiche Haltung vertreten die Grünliberalen der Stadt Aarau: Eine Entflechtung «Hintere Bahnhofstrasse/WSB wäre wünschenswert, ist aber in Anbetracht der hohen Kosten nicht zu priorisieren». Auch BDP und EVP begrüssen die Variante «Ist Plus». Die EVP «erachtet den Ausbau am bestehenden Ort, ohne die Anordnung von Gleis- und Strassenanlagen grundlegend zu ändern, als sinnvoll».

TCS mit neuer Variante

Eine neue Variante schlägt der Touring-Club TCS vor, der ebenfalls bedauert, dass das Problem des Privatverkehrs auf der Hinteren Bahnhofstrasse nicht gelöst wird».

Die Option «Unterführung Hintere Bahnhofstrasse», die als Zwischenergebnis im kantonalen Richtplan aufgenommen werden soll, erachtet der TCS Aargau als «technisch nicht durchführbar». Er fordert, dass die Verbindung der beiden Gleis-Äste Wynental- und Suhrentalbahn aufgehoben wird. Der Grund für deren Verbindung liege angeblich im Wagenumlauf und im Zugang zu den Werkstätten. Dieses Argument sei nicht stichhaltig, da die Züge auf den beiden Gleisen den WSB-Bahnhof immer praktisch gleichzeitig verliessen. Gegen ein «Service-Gleis» für die Zufahrt zu den Werkstätten sei nichts einzuwenden.

Deshalb soll gemäss TCS die Endstation der Wynentalbahn neben den SBB-Gleisen angeordnet werden, während die Endstation der Suhren-talbahn nach wie vor an der Bleichemattststrasse liegen müsste. Die Hintere Bahnhofstrasse käme so zwischen den beiden Endstationen zu liegen.

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