Aarau

Woran es der Stadt noch fehlt: In diesem Laden gibt es jetzt nachhaltige Mode

Tatjana Tschesno hat von Corinne Pfister den Laden übernommen.

Tatjana Tschesno hat von Corinne Pfister den Laden übernommen.

Tatjana Tschesno übernimmt den Modeladen an der Aarauer Pelzgasse mit kleinen, feinen Änderungen.

Wer wissen will, was sich an der Pelzgasse 4 tut, muss ganz nah ran. Die Schaufensterscheibe ist verklebt bis auf ein kleines Loch. Wer da durchblickt, sieht winzige Jeans an einer Wäscheleine baumeln. Das ist auch schon des Rätsels Lösung: In den einstigen Concept-Store «Neer» von Modedesignerin Corinne Pfister ist Tatjana Tschesno mit dem Label «Fairjeans» eingezogen. Am kommenden Samstag feiert sie Eröffnung.

Wobei, «eingezogen» ist der falsche Begriff. Die Bio-Jeans wurden bereits vorher im Laden verkauft. «Als mir Corinne erzählte, dass sie eine Nachfolgerin für ihren Laden sucht, habe ich die Chance gepackt», sagt Tatjana Tschesno. Bislang hatte die Aarauerin das deutsche Label «Fairjeans» als Schweizer Agentin online und an Messen verkauft, dazu in ausgewählten Läden. «Aber der Traum vom eigenen Laden geisterte immer im Hinterkopf herum.» Nun einen bestehenden Laden mitsamt den Labels übernehmen zu können, sei ein Riesenvorteil. «Das macht den Anfang viel einfacher.»

Bewilligungsverfahren für kleines Café läuft

Viel verändert hat sich hinter der zugeklebten Scheibe nicht. Zwar machen nun die Hosen vom Label «Fairjeans» den grössten Teil des Angebots aus, aber auch unter neuer Inhaberin finden sich hier Shirts und Hemden, Gürtel und Badetücher, Schwimmsäcke und Postkarten, Schmuck und Keramik – die gleichen Schweizer Labels wie schon bei Corinne Pfister. Und auch sie findet man noch: Tatjana Tschesno verkauft eine kleine Auswahl von Pfisters «Neer»-Kollektion.

Umgekrempelt hat sie hingegen den hinteren Bereich des Ladens. Der grosse Tisch, die Nähmaschinen und Bügelbretter sind verschwunden. Neu stehen hier eine Küche, Tische und Stühle, eine Kinderecke. Tatjana Tschesno will ihre Kunden nicht nur beraten, sondern auch bewirten. «Das soll nicht nur ein Laden, sondern ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein», sagt sie. Und so soll es nicht nur verschiedene Workshops zum Thema Nachhaltigkeit geben, sondern eben auch die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee oder Tee miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Bewilligungsverfahren für die kleine Café-Ecke läuft, ebenso für den Aussenbereich, wo im Sommer zwei, drei Tischlein stehen sollen.

Tatjana Tschesno ist in der Textilbranche daheim. Sie hat Textilmanagement studiert und jahrelang im Einkauf und Vertrieb gearbeitet. Als sie Mutter wurde, machte sie sich auf die Suche nach einem Job mit flexiblen Arbeitszeiten. Sie fand ihn bei «Fairjeans». «Ich habe die Gründer des Labels bereits gekannt, das war die perfekte Lösung.»

«Gespür und Interesse für Nachhaltiges ist gross»

Die Nachhaltigkeit ist Tatjana Tschesno eine Herzensangelegenheit. Und sie ist überzeugt davon, dass es auch ganz vielen anderen Aarauerinnen und Aarauern so geht. «Wenn man nur schon sieht, wie viele Leute am Samstagmorgen auf dem Markt einkaufen, ist klar, dass das Gespür und das Interesse für nachhaltige Produkte vorhanden sind.» Noch sei aus ihrer Sicht aber das Angebot in Sachen Mode zu klein. «Es braucht in Aarau eindeutig mehr davon.»

Mehr Nachhaltiges gibt es übrigens auch in den Stockwerken über Tschesnos Laden: Da befinden sich Nicole Müller (Naturkosmetik «Nurpur»), Nicole Blum «Naturkosmetik-Labor «No Bullshit»), Franziska Schelldorfer (Shiatsu) und Andrea Sonder (ThetaHealing). «Wir sind nachhaltig vom Keller bis zum Estrich», sagt Tatjana Tschesno und lacht. «Ich bin eindeutig am richtigen Ort gelandet.»

Eröffnung «Fairjeans» am 22. Februar, ab 9 Uhr. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 10 – 13 Uhr / 14 – 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr.

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