Doppelt so viele Anwesende wie im Vorjahr wurden an der Generalversammlung des «Vereins Alterszentrum Suhrhard Buchs» gezählt. Grund dafür war ein Traktandum, das aus aktuellem Anlass zusätzlich aufgenommen worden war: Information und Aussprache über die vom Verwaltungsrat des Alterszentrums beschlossene und anfangs Juni bekannt gegebene «Neue Strategie». Viele besorgte Gesichter prägten das Bild dieser Jahresversammlung, die zum ersten Mal im neuen Holzachersaal des Alterszentrums stattfand. Die neue Präsidentin Heidi Niedermann betonte, wie wichtig es für den Vorstand sei, dass den Betroffenen sowie auch den übrigen Vereinsmitgliedern Gelegenheit geboten werde, direkte Informationen zur Strategie zu erhalten, Fragen zu stellen sowie Ängste und Ärger ausdrücken zu können.

Vom Schock noch nicht erholt

Die neue Strategie der AZS AG, die Verwaltungsrats-Vizepräsident Hans-Peter Fricker erläuterte, sieht unter anderem vor, die aus 43 Alterswohnungen bestehende Alterssiedlung im Zusammenhang mit einer als notwendig erachteten Bausanierung neu zu konzipieren. Eine für die Bewohnerinnen und Bewohner äusserst einschneidende Massnahme ist die Kündigung aller Mietverhältnisse auf Mitte 2019. Über ein Dutzend Wortmeldungen gab es nach dieser Orientierung, und ein von mehreren Bewohnern geschriebener Brief wurde verlesen. Da stand etwa: «Wir sind in diese Alterssiedlung gekommen in der Hoffnung, hier einen ruhigen und sicheren Lebensabend verbringen zu können.» Oder: «Vom Schock, der uns (mit der Kündigung) ereilt hat, haben wir uns bis zum heutigen Tag nicht erholt!»

Kein Platz mehr für rüstige Senioren

Weiter wurde festgehalten, wenn, wie angekündigt, nach erfolgtem Umbau nur noch «Wohnen mit Pflichtleistungen» vorgesehen sei, bedeute dies einen schweren Einschnitt. Damit werde nämlich rüstigen Rentnern, die den Haushalt noch selber bewältigen können, der Bezug einer Wohnung in der Alterssiedlung verunmöglicht.

Vor allem aber die Kündigung der Mietverhältnisse ohne Angebot einer alternativen Wohnmöglichkeit stiess auf bares Unverständnis. Der Verwaltungsrat – anwesend waren immerhin drei Mitglieder – habe Verständnis für die schwierige Situation der Betroffenen, und er stelle sich der Verantwortung, sagte Präsidentin Monika Fehlmann. Der Renovationsbedarf der Siedlung, die Wirtschaftlichkeit der gesamten AZS Suhrhard AG sowie gesellschaftliche Entwicklungen seien eben auch Fakten, die man nicht ausser Acht lassen könne. Im Übrigen kläre die Geschäftsführerin des Alterszentrums im Herbst für alle, die dies wünschten, den Unterstützungsbedarf für die Wohnungssuche ab, und die Kündigung auf Mitte 2019 habe man bewusst so früh bekannt gegeben, damit gute Wohnlösungen gefunden werden könnten.

Vereinspräsidentin Heidi Niedermann machte abschliessend deutlich, dass der Verein als Minderheitsaktionär (mit 20 Prozent) alleine wenig ausrichten könne und deshalb auf eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde (Mehrheitsaktionär mit 55 Prozent) angewiesen sei, um wesentliche Verbesserungen zu erreichen. Am guten Willen des Vereins fehle es keinesfalls. (uf)