Fussball ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Cristian Ianu hatte zweimal die grosse Karriere vor Augen. Und zweimal ging der Schuss nach hinten los. Vor knapp vier Jahren stand der 29-jährige Rumäne vor einem Wechsel von Aarau zum FC Basel. Der Transfer schien perfekt und hätte den Aarauern eine Ablösesumme von 500 000 Franken beschert.

Der Deal scheiterte jedoch im letzten Moment an überhöhten Forderungen von schlitzohrigen, ja dubiosen Beratern aus dem Umfeld des Offensivspielers. Ianu blieb vorerst in Aarau und wechselte auf die Saison 2009/10 zum FC Luzern – und schlug bei den Zentralschweizern wie eine Bombe ein. Im ersten Jahr schoss er 21 Treffer. Die Lobeshymnen für den Publikumsliebling kannten kaum Grenzen. Von einem Moment auf den andern wurde der Höhenflug jäh gestoppt.

«Einfach nur Pech»

Im August 2010 zog sich Ianu einen Schienbeinbruch zu. «Pech», sagt er rückblickend. «Einfach nur Pech. Hätte der Transfer zum FC Basel geklappt und hätte ich mich nicht verletzt, wäre meine Karriere höchstwahrscheinlich anders verlaufen.»

Nach dem Schienbeinbruch fiel Cristian Ianu in ein Leistungsloch, sass meistens auf der Ersatzbank und musste Däumchen drehen. Im Januar dieses Jahres unterschrieb der Stürmer beim FC Sion einen Vertrag bis 2014. Glücklich wurde er im Wallis allerdings nicht. So kam ihm im abgelaufenen Sommer das Interesse von Wohlens Trainer David Sesa gerade recht. Die Freiämter hätten sich die Dienste des Offensivspielers in finanzieller Hinsicht nicht leisten können – einen Leihvertrag bis Ende Saison und geteilte Lohnkosten mit Sion machten den spektakulären Transfer jedoch möglich.

Elf Partien, zwei Tore

Jetzt spielt Ianu also beim FC Wohlen und hat in elf Meisterschaftsspielen zwei Tore erzielt. Heute trifft er auf seinen früheren Verein Aarau, Ianu freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Kameraden. Erinnerungen kommen auf. Wie war das doch im Sommer 2007? Präsident Alfred Schmid und der frühere Sportchef Fritz Hächler reisten ins Tessin. Mit einem Ziel vor Augen: Ianu sollte trotz Vertrags mit der AC Bellinzona ins Brügglifeld wechseln.

Um den grossen Coup zu landen, waren Investoren bereit, eine Ablösesumme von 100 000 Franken zu bezahlen. Schmid und Hächler verhandelten, einig wurde man sich allerdings nicht. Schliesslich nahm das ehemalige FCA-Führungsduo eine Auszeit. Nach einer Pizza und einem Gläschen Rotwein ging alles schnell. Ianu unterschrieb bei Aarau einen Zweijahresvertrag und schoss in 69 Spielen 16 Tore. Fünf Jahre später spielt Cristian Ianu erneut in der Fussballprovinz. Und ist froh darüber. «Ich bin sehr glücklich, dass mir der FC Wohlen eine Chance für einen neuen Anlauf gibt.»