Challenge League

Wohlen-Präsident Wyder: «Die Stimmung war fantastisch»

Der FC Aarau wird der Favoritenrolle gerecht und schlägt Kantonsrivale Wohlen 1:0. Die Enttäuschung des Wohler Präsidenten Andy Wyder hielt sich allerings in Grenzen: Er konnte einen Staionrekord verbuchen.

Endlich. Nach 68 Minuten kam Derbystimmung auf. Wohlens Torhüter Giovanni Proietti wurde zum Hexer und bewahrte seine Mannschaft mit vier Glanzparaden innert kürzester Zeit vor dem Rückstand. 180 Sekunden später musste der 35-jährige Italiener trotzdem hinter sich greifen. Nach einem Corner von Alain Schultz traf Goran Antic mit dem Kopf aus fünf Metern zum 1:0 für die Aarauer. Die Führung für den Favoriten war zweifellos verdient. Die Aarauer dominierten die Partie nach dem Wechsel klar und mussten nur deshalb zittern, weil sie es im Abschluss an der nötigen Effizienz vermissen liessen.

Dass Antic den entscheidenden Treffer erzielte und zum Matchwinner wurde, war kein Zufall. Der 27-jährige Rückkehrer hatte zwar nicht allzu viele gute Szenen, aber er kämpfte und glaubte bis zu seinem Erfolgserlebnis an seine Chance. Am Ende jubelte also der FC Aarau. Dem FC Wohlen aber blieb im fünften Derby in der Challenge League erneut die bittere Pille. Obwohl die Mannschaft von Trainer David Sesa in der ersten Halbzeit eine starke Leistung zeigte. Hätten Thomas Weller und Gaspar ihre Chance nach Ablauf einer Viertelstunde nicht versiebt, wäre für die Freiämter vielleicht mehr möglich gewesen. Nach dem Wechsel konnte der Aussenseiter allerdings keine grossen Akzente mehr setzen. Reichte etwa die Kraft nur für 45 Minuten?

Rekord auf der Niedermatten

Dass sich die Enttäuschung des Wohler Präsidenten Andy Wyder in Grenzen hielt, ist in erster Linie auf die fantastische Kulisse zurückzuführen: 4450 Zuschauer pilgerten gestern Abend bei herrlichen äusseren Bedingungen ins Stadion Niedermatten. Das ist Stadionrekord. «Die Stimmung war sensationell. So macht Fussball Spass», freute sich Wyder über den Grossaufmarsch der Fans. Bezüglich Resultat war der Klubboss natürlich weniger zufrieden: «Wir konnten die Aarauer zwar phasenweise ärgern. Mehr lag aber nicht drin. Die Leistung stimmt mich für die nächsten Spiele aber trotzdem zuversichtlich.»

Bleibt zu guter Letzt noch ein Blick auf die kurioseste Szene des Spiels: Nach 82 Minuten zog sich Schiedsrichter-Assistent Alessandro Poli eine Knöchelverletzung zu. So kam Simona Ghisletta, die vierte Offizielle, zu einem unverhofften Einsatz an der Linie. Nach einem Sprint über das halbe Spielfeld wurde Ghisletta von den Zuschauern mit tosendem Applaus empfangen. Die hübsche Lady mit den blonden Strähnen in den Haaren machte auch an der Linie gute Figur, ja sie wurde mit der Fahne in der Hand sogar zur ganz grossen Attraktion. So durfte sich schliesslich sowohl der FC Aarau als auch Frau Ghisletta als Sieger fühlen.

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