«In bin auf dem Weg nach Aarburg. Dafür muss ich nach Aarau und dort steige ich in die S 23. Das Velo habe ich dabei, um vom Bahnhof in Aarburg an die Schule zu fahren. Ich bin Lehrerin. Ich unterrichte die fünfte und sechste Primarklasse in ‹Deutsch Plus› – vier Stunden in der Woche. Daneben bin ich Schulleiterin für die erste bis sechste Primarklasse. Insgesamt sind wir drei Schulleiterinnen an der Schule Aarburg.

Der Job als Schulleiterin ist sehr vielseitig. Ich organisiere den schulischen Betrieb und habe mit der Gemeinde, den Lehrern und Eltern zu tun. Da ich noch immer ein paar Stunden in der Woche unterrichte, vermisse ich das Lehrerinnensein nicht. Ursprünglich habe ich Krankenschwester gelernt. Frisch aus der Schule, traute ich mir die Ausbildung zur Lehrerin nicht zu, also entschied ich mich für einen praktischen Beruf. Mein Kindheitstraum, Lehrerin zu werden, liess mich aber nicht los. Mit 29 Jahren entschied ich mich dann, die Ausbildung nachzuholen. Es ist ein sehr erfüllender Beruf: Kinder sind spontan und immer gut gelaunt.

Es ist eine Freude, die Entwicklung der Kinder mitverfolgen zu dürfen. Die Schüler und Schülerinnen in meiner ‹Deutsch Plus›-Klasse will ich dazu motivieren, zu lesen. Zwischendurch gehen wir in die Stadtbibliothek Aarburg. Zudem zeige ich ihnen immer, welches Buch ich gerade lese. Lesen sollte kein Muss sein, sondern sie sollen Freude daran haben. Ich bin Kurdin. Mit neun Jahren bin ich mit meinen Eltern in die Schweiz gekommen. Ich bin in Strengelbach aufgewachsen. Meine Eltern sind in der Zwischenzeit wieder in unsere Heimat zurückgekehrt. Ich gehe sie nicht so oft besuchen.

Ich war in den letzten zwei Jahren nur einmal auf Besuch. Die Schweiz gefällt mir sehr gut. Ich brauche Zeit, um mich Menschen gegenüber zu öffnen, ich passe also gut hierher. Ich mag die sichere und zuverlässige Art der Schweizer. Ich habe als Krankenschwester im Kantonsspital Aarau gearbeitet und bin deshalb nach Suhr gezogen. Ich pendle jeden Morgen eine Stunde von Suhr nach Aarburg.»