Entfelden

Wohin nur mit den vielen Schülern? Trotz bewilligter Ausgaben in Millionenhöhe ist das Problem nicht gelöst

Vor zehn Tagen wurden die Elemente für den Kindergarten-Pavillon am Pappelweg geliefert und zusammengebaut.

Vor zehn Tagen wurden die Elemente für den Kindergarten-Pavillon am Pappelweg geliefert und zusammengebaut.

Der Kreisschulrat Entfelden bewilligt Ausgaben in Millionenhöhe, Schulraum fehlt weiterhin. Deswegen müssen provisorische Lösungen herhalten.

Die Schulhäuser platzen aus allen Nähten, selbst mit den vielen Provisorien kommt man in Entfelden der steigenden Anzahl Schüler nicht nach. Nun drückt die Schule aufs Gas: An der Sitzung vom Mittwochabend hat der Kreisschulrat Investitionen von über 2,7 Millionen Franken bewilligt. Darunter Projektierungskredite für eine Aufstockung des Oberstufenschulhauses und einen Winkelanbau im Unterentfelder Primarschulhaus Feld.

Laut Antrag könnte der Bau schon 2021 beginnen – etwas, was der Oberentfelder Kreisschul- und Gemeinderat Hans- Peter Widmer als etwas gar optimistisch bezeichnete. «Wir vom Gemeinderat mahnen zur Vorsicht», sagte er, auch im Hinblick auf die geschätzten Kosten von 13 bis 16 Millionen für beide Bauvorhaben. «Das belastet die Gemeinden massiv.»

Bald Schulzimmer im leeren Gebäude der GE?

Selbst wenn Projektierung, Baukredit und Volksabstimmung im Rekordtempo durchkämen: Der Raummangel an der Schule Entfelden bliebe akut. Die Kreisschulpflege will deshalb bereits auf nächsten Sommer ein weiteres Provisorium errichten lassen, dieses Mal beim Primarschulhaus in Unterentfelden: Dort seien zwingend zwei Zimmer nötig, hiess es. Einzelne Kreisschulräte gaben sich darauf begeistert von der Idee, bei der GE anzufragen respektive bei der Transportfirma Dreier, die künftig in die Industriehallen einzieht, ob dort nicht gebrauchte Räume als Schulprovisorien benützt werden könnten.

Das «out of the box»-Denken, wie es Kreisschulrätin Gerda Amberg nannte, solle auch auf die Schule für Schwerhörige auf dem Landenhof ausgedehnt werden, die offenbar Überkapazitäten habe. Für den Entscheid über ein neues Provisorium – es wäre dem Vernehmen nach bereits das fünfte – wurde für den 13. Januar eine ausserordentliche Ratssitzung angesetzt. Bis dann sollen die Varianten GE und Landenhof abgeklärt worden sein.

1,8 Millionen für Computer: «Ein Riesenelefant»

Teuer wird auch die Gesamterneuerung der schulinternen Informatik mit über 1400 Computer und Tablets, die die Kreisschule anschaffen will. 1,8 Millionen Franken kostet das Paket von Infrastrukturarbeiten an den Schulen, dem Kauf der Geräte sowie Lizenzen und Wartung, berechnet auf die nächsten fünf Jahre. Hans-Peter Widmer sprach wieder von sehr hohen Beträgen, von einem «Riesenelefanten, den man durchs Dorf zieht». «Wir werden den Steuerfuss danach um etwa drei Prozentpunkte anheben müssen.» Gesamtschulleiter Darius Scheuzger erklärte, dass die Anschaffung zwingend sei, um den Lehrplan 21 umzusetzen. Nach längerer Diskussion – die Sitzung dauerte dreieinhalb Stunden – wurde das Vorhaben mit nur einer Gegenstimme angenommen. Im November wird das Volk das letzte Wort haben.

Bewilligt wurden zudem die Schaffung einer neuen Leitungsstelle für die Schulverwaltung, neues Schulmobiliar fürs «Isegüetli», mehrere kleine Sanierungsarbeiten und eine Bewässerungsanlage für die Spielwiese Süd. Gestrichen wurde ein Velounter- stand bei der Turnhalle Bünten, dazu wurde das Geld für die Umgestaltung der Schulverwaltung von 50000 auf 30000 Franken reduziert. Diskussionslos war das Budget 2021 über 6,07 Millionen Franken ohne Besoldungsanteile, das trotz den stark ansteigenden Schülerzahlen der letzten Jahre stets stabil blieb. Mit Besoldung kostet die Schule Entfelden nächstes Jahr 11,77 Millionen Franken, knapp 4 Prozent mehr als dieses Jahr. Als neuer Vizepräsident des Kreisschulrats wurde der Oberentfelder Mark Taugwalder gewählt.

Montage der Holzbauelemente im neuen Kindergarten-Pavillon am Pappelweg

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