Das Gebäude ist eine Art stilisierte Beton-Kopie der 2016 abgebrochenen Alten Apotheke an der Bahnhofstrasse 53. Obschon die Häuser dort unter Ensembleschutz stehen, gab die Denkmalpflege grünes Licht für den Rückbau – vor allem wegen der schlechten Statik. Der von der Unigamma Anlagestiftung errichtete Neubau ist seit rund einem Jahr fertig. Gefragt haben sich die Passanten seither, was im Erdgeschoss – an bester Lage – passiert. Als Möglichkeit hatte die Bauherrin stets eine Gastronomienutzung genannt. Dass diese Wirklichkeit wird, wurde Ende Juni dieses Jahres definitiv bestätigt – mit einem Baugesuch unter dem Titel «Westliche Aussenbestuhlung Gourmet Take Away». Die Rede war darin von 56 Innen- und 32 Aussensitzplätzen. Was Passanten nicht verborgen blieb: In den letzten Wochen wurde fast Tag und Nacht am Innenausbau gearbeitet. Und heute Samstag ist es so weit: Das «Gourmet Take Away 53» (eine Anspielung auf die Adresse) öffnet seine Tore – erst einmal für einen Versuchsbetrieb.

Der Anfang einer Kette?

Betrieben wird das Lokal von der IB Immobilien Bau AG aus Olten. Deren Co-Inhaber und Geschäftsführer, Sükrü Erdem und Ibrahim Yildirim, betonen, wie sehr sie Martin Ammann und der Unigamma Anlagestiftung zu Dank verpflichtet seien. Das ihnen entgegengebrachte Vertrauen sei nicht selbstverständlich. Mit dem «Gourmet Take Away 53» stehen die Betreiber am Anfang eines Weges, der, wer weiss, eines Tages in einer Kette enden könnte. Der Erstling an der Aarauer Bahnhofstrasse, heisst es bei der IB Immobilien Bau AG, sei quasi als Prototyp gedacht für weitere Lokale, die nach dem gleichen Muster funktionieren sollen.

An der Aarauer Bahnhofstrasse, wo mit viel Laufkundschaft zu rechnen ist, versprechen sich die Lokalbetreiber Erfolg von einem Konzept, das alles andere als eine Monokultur beinhaltet und sich so an mehrere Gästesegmente sowie alle Alterskategorien richtet. Eigentlich gibt es drei kulinarische Linien: italienisch (Pizze, Pasta), orientalisch (Kebab, Meze, Falafel, Gemüserollen etc.) und standardmässige Menüs. Eine wichtige Rolle sollen auch Grilladen – etwa von Huhn und Lamm – sowie Hamburger spielen. Das Getränkesortiment reicht vom Mineralwasser bis zum Hochprozentigen.

Schauküche als Blickfang

Das Konzept: Alles wird frisch verarbeitet – und der Gast sieht alles. Die Theke an der Front ist eigentlich eine Schauküche. Im Hintergrund befindet sich einzig der Pizzaofen – zusammen mit dem Abwasch für Gläser und Kaffeetassen. Der grössere Teil des Geschirrs geht durch eine Abwaschmaschine im Untergeschoss, wo sich auch ein grosser weiterer Restaurationsraum samt Chambre séparée für Geschäftsessen, Events und Sitzungen befindet. Alle Speisen können mitgenommen oder vor Ort verzehrt werden. Der Gast bestellt und bezahlt an der Kasse. Dann setzt er sich hin und wartet darauf, dass ihm das Essen serviert wird. Eine schnelle Bedienung, betonen die Betreiber, sei wichtig. Und Gratis-WLAN gehöre natürlich dazu.

Bei der Raumgestaltung war der Sichtbeton vorgegeben. Ansonsten trägt die Ausstattung des Lokals die Handschrift von Luciano D’Onofrio (Duee Expo Design GmbH, Oftringen). Wegen des Betons waren schalldämpfende Elemente in der Deckenkonstruktion elementar. Stolz sind die Betreiber auf die Lüftungsdecke, die sich über die ganze Küchenfront erstreckt. Schliesslich sollen die Gäste beim Verlassen des Lokals nicht nach Küche riechen. Die hochwertigen Installationen und Küchengeräte hätten natürlich eine schöne Stange Geld gekostet, lassen die Betreiber durchblicken, ohne genaue Zahlen zu nennen. Im Baugesuch wurden die Baukosten für das Lokal auf 260 000 Franken beziffert.

Freitags, samstags bis 2 Uhr offen

Nach dem Versuchsbetrieb von heute Samstag startet das «Gourmet Take Away 53» am Montag regulär. Unter der Woche ist es von 7 Uhr (Kaffee und Gipfeli) bis 24 Uhr geöffnet, freitags und samstags von 7 bis 2 Uhr früh und sonntags von 10 bis 23 Uhr (durchgehend warme Küche). Die offizielle Eröffnung ist für den 12./13. September geplant.