Aarau
Wo dem Stadion jetzt noch Gefahr droht: Das sind die vier grössten Hürden

Die Hürden auf dem Weg zur Baubewilligung. Die Gegner haben noch viele Möglichkeiten für Einwendungen und Beschwerden.

Urs Helbling
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Nach dem Ja zu den beiden Stadion-Vorlagen sind die HRS und der FC Aarau gefordert.
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Das sind Visualierungen der Stadion-Bauherrin HRS Real Estate AG vom geplanten Hochhausquartier im Torfeld Süd. Hier der Blick von der Gemeinschaftsloggia im Hochhaus B
Der Flora-Park.
Der Torfeldhof und das Stadion.
Der Oehlerplatz.
Minimall.
Eine Gesamtansicht.

Nach dem Ja zu den beiden Stadion-Vorlagen sind die HRS und der FC Aarau gefordert.

Visualisierung Nightnurse Images GmbH

«Wir gehen davon aus, dass wir das Projekt mit Sicherheit juristisch bodigen werden.» Spätestens seit der Vorzeige-Einsprecher Albert Rüetschi der Stadt und der deutlichen Mehrheit der Stimmbürger den Tarif durchgeben hat, fragen sich in Aarau viele, wo es überhaupt noch Möglichkeiten gibt, Sand ins Stadion-Getriebe zu streuen.

Das Projekt muss noch mindestens vier grosse juristische Hürden nehmen. Bei allen besteht die Gefahr, dass sie mehrteilig werden – was das Verfahren verkompliziert und zeitintensiv macht. Mit vorbehaltenen Entscheiden wird versucht, parallel zu arbeiten und so Zeit zu gewinnen. Das Restrisiko eines grossen Rückschlags bleibt dabei aber bestehen.

Die vier Haupthürden:

1 BNO

Die Gesamtrevision der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Stadt Aarau ist vom Regierungsrat zwar als «genehmigungsfähig» erklärt worden, aber noch nicht genehmigt. Dafür müssen noch Urteile des Bundesgerichtes abgewartet werden. Diese sind eigentlich überfällig. Es geht um Stimmrechtsbeschwerden, die kritisieren, das Entscheidungsverfahren bezüglich der BNO sei nicht korrekt gelaufen.

Abstimmungsbeschwerde ist noch hängig

Kurz vor den Abstimmungen vom letzten Wochenende haben einige Stadiongegner bei der kantonalen Gemeindeabteilung eine Beschwerde eingereicht, weil sie mit dem Inhalt des stadträtlichen Abstimmungsbüchleins nicht einverstanden waren. Über die Beschwerde ist noch nicht entschieden worden. «Der Schriftenwechsel ist noch nicht abgeschlossen», erklärte gestern Martin Süess, Leiter Rechtsdienst bei der Gemeindeabteilung. (uhg)

Weil die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» auf der neuen BNO aufgepfropft ist, kann sie erst in Kraft treten, wenn die BNO genehmigt und rechtskräftig ist.

Hat der Regierungsrat die neue BNO einmal genehmigt, gibt es eine Beschwerdemöglichkeit: allerdings nur für die bisherigen neun Beschwerdeführer und nur in Teilbereichen. Instanzen sind das Verwaltungs- und das Bundesgericht. Allfällige Beschwerden haben nur aufschiebende Wirkung, wenn und soweit sie die Gerichte gewähren. Die neue BNO könnte trotz Beschwerden in Kraft gesetzt werden – einfach ohne die umstrittenen Bereiche.

Fazit: Hat der Regierungsrat die neue BNO einmal genehmigt, droht dem Stadion hier keine Gefahr mehr. Sollte das Bundesgericht die Stimmrechtsbeschwerden gutheissen, ist jedoch mit einer – bisher nicht eingerechneten – Verzögerung von Grössenordnung einem Jahr zu rechnen.

2 Teiländerung

Die Stimmbürger haben die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» am letzten Wochenende mit 60,9 Prozent Ja gutgeheissen. Sie kann vom Regierungsrat genehmigt werden, sobald das Fundament gesichert ist, das BNO-Problem gelöst ist.

Während der öffentlichen Auflage sind gegen die «Teiländerung Stadion 2017» insgesamt neun Einwendungen eingegangen. Darunter eine des von Albert Rüetschi präsidierten Vereins Torfeld Süd mit 52 Unterschriften von Anwohnern.

Die Einwender haben jetzt erstens die Möglichkeit, gegen den rechtsgültigen Beschluss von Einwohnerrat und Volk beim Regierungsrat Beschwerde zu führen (die 30-tägige Frist läuft seit Donnerstag) – mit Weiterzugsmöglichkeit an die oberen Instanzen. Und sie können dann zweitens gegen den Genehmigungsentscheid des Regierungsrates eine Beschwerde einreichen. Zuerst bei Verwaltung-, dann beim Bundesgericht. Allfällige Beschwerden haben nur aufschiebende Wirkung, wenn und soweit sie die Gerichte gewähren.

Fazit: Rüetschi hat angekündigt, alle juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen (was für seine Gruppe ins Geld gehen kann). Auf den Stadion-Fahrplan dürfte das kaum Auswirkungen haben – auch wenn eine Baubewilligung natürlich erst erteilt werden kann, wenn die «Teiländerung Stadion 2017» und der Gestaltungsplan rechtsgültig genehmigt sind.

3 Gestaltungsplan

In ihm wird das Gesamtvorhaben schon recht detailliert definiert. Unter anderem wird festgelegt, wie viele Parkplätze geschaffen werden dürfen. Der Stadtrat hat deren Zahl für die öffentliche Auflage mit einem Faktor 0,6 beim Wohnen auf 650 bis 700 reduziert. Damit ist die Bauherrin HRS nicht einverstanden. Sie hat – damit über diesen Punkt nochmals diskutiert werden kann – eine Einwendung gemacht. Es gab insgesamt drei Einsprachen, darunter eine des von Albert Rüetschi präsidierten Vereins Torfeld Süd mit 157 Unterschriften.

Der Stadtrat wird anfangs Jahr die Verhandlungen mit den Einwendern führen (auch mit der HRS). Er wird dann den Gestaltungsplan beschliessen und ihn dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt zur Genehmigung vorlegen.

Gegen den Genehmigungsentscheid des Departements kann Beschwerde geführt werden. Zuerst bei Verwaltung-, dann beim Bundesgericht. Allfällige Beschwerden haben nur aufschiebende Wirkung, wenn und soweit sie die Gerichte gewähren.

Fazit: Die Initianten des Stadions/Hochhausprojektes wissen, dass es auch hier Widerstand geben wird. Das ist eingerechnet. Wichtig ist, dass das Baugesuch aufgelegt werden kann, auch wenn der Gestaltungsplan noch nicht rechtskräftig ist. Also: Die Einwender können eine Baugesuchsauflage voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 nicht verzögern. Aber: Die Baubewilligung kann selbstverständlich nach der Rechtskraft des Gestaltungsplans, das heisst nach Abschluss aller Verfahren, erteilt werden.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
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1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

4 Baugesuch

Die HRS hat die Unterlagen bereit. Sie wird die Baugesuche für das Stadion und die vier Hochhäuser voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 einreichen. Die Gebäude werden im Gelände profiliert. Es gibt die übliche Auflagefrist. Einwendungen machen kann, wer ein schutzwürdiges Interesse hat (primär die Anwohner) oder wer über das Verbandsbeschwerderecht verfügt (in Frage kommt primär der VCS Aargau, der allerdings diese Woche gegenüber der AZ sein Desinteresse signalisiert hat). Der Stadtrat erteilt die Baubewilligung. Diese kann bis hinauf zum Bundesgericht angefochten werden. Das war beim Plan A mit dem Einkaufscenter der Fall. Es dauerte damals nach erteilter Baubewilligung 2 Jahre, bis am 18. Mai 2016 eine rechtsgültige Baubewilligung vorlag.

Fazit: Es wäre eine riesige Überraschung, wenn letztendlich nicht das Bundesgericht über die Baugesuche für das Stadion und die Hochhäuser befinden müsste (schliesslich hat Rüetschi angekündigt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen). Das ist von den Bau-Initianten eingerechnet, man erwartet aber, dass es nicht sieben, sondern – im besten Fall – nur drei Jahre dauern wird.

Fest steht: Bevor nicht alle Einwendungen rechtsgültig abgearbeitet sind, gibt es keine Baubewilligung. Und die grösste Gefahr besteht von irgendwelchen Beschwerden, die man jetzt gar nicht auf dem Radar hat.