Es ist heiss in dieser Sommernacht. Soeben hat der kleine FC Gränichen aus der 2. Liga gegen das Cup-Team schlechthin, den 13-maligen Cup-Sieger FC Sion, in der ersten Runde des Schweizer Cups doch tatsächlich gewonnen. Nach Penaltyschiessen. Durch den 1:1-Ausgleich kurz vor Ende der regulären Spielzeit hat der Underdog zuvor die Verlängerung erzwungen. Die Sensation ist perfekt. Doch bevor gross gefeiert werden kann, wacht Gränichens Sportchef Peter Wilhelm aus seinem Traum auf.

Das Spiel der Spiele ist noch gar nicht angepfiffen. Erst am Sonntag um 13 Uhr ist es so weit. Noch gibt es allerhand zu tun, damit sich das Stadion ZehnderMatte dann von seiner besten Seite zeigt.

Zusatztribünen rund um den Kunstrasen, ein drei Meter hoher Turm für das Fernsehen, Festbänke, VIP-Plätze, Grill-, Bier- und Süssigkeitenstände, Parkplätze ... Ganz Gränichen hilft mit, damit das Cup-Spiel am Ende zu einem Dorffest wird. «So eine Partie gibt es wahrscheinlich nur einmal. Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen», sagt der Präsident des FC Gränichen, Samuel Keppler.

600 Gästefans erwartet

Etwa 2500 bis 3500 Zuschauer erwartet der Präsident. Etwa 600 von ihnen kommen aus dem Wallis. Deswegen hat man in Gränichen auch einen abgetrennten Auswärts-Fansektor eingerichtet. «Die Kantonspolizei hat angeordnet, dass die Fangruppen getrennt werden. Dem leisten wir Folge», sagt Keppler, der sich vor allem ein friedliches Fussballfest wünscht.

Die Polizei begleitet die Fans auf dem Weg in ihren Sektor. Die Securitas sorgt rund ums Spielfeld für Sicherheit. Die Feuerwehr regelt den Verkehr und steht mit Wasserkübeln und Löschsand am Spielfeldrand bereit. Sie greift ein, wenn zum Beispiel Pyros aus dem Fansektor aufs Feld geworfen werden. All das kostet natürlich. 120'000 Franken sind für das Cup-Spiel budgetiert. 25'000 Franken kosten die fünf Zusatztribünen. Aufgebaut werden diese von Vereinsmitgliedern. Auch die erste Mannschaft ist sich nicht zu schade und hat am vergangenen Samstag bereits kräftig angepackt. Nach sechs Stunden standen zwei von fünf Tribünen.

Matchball kommt mit dem Heli

Damit das Spiel der Spiele am Ende kein Verlustgeschäft wird, hat der FC Gränichen kräftig die Sponsorentrommel gerührt. Auch hier waren die Spieler selbst gefragt. Sie hatten die Aufgabe, unter Freunden und Verwandten Matchballsponsoren zu akquirieren. 60 Einzelpersonen waren bereit, einen Matchball zu sponsern. Auch über den Ticketverkauf kommt Geld in die Kasse. 25 Franken kostet ein Stehplatz. Mit den 170 Sitzplätzen verdient der FC Gränichen nichts. Dort nehmen ausschliesslich Offizielle, Sponsoren und VIP-Gäste Platz.

Für einen Show-Act hat der Präsident auch gesorgt. Der Matchball wird kurz vor Anpfiff per Helikopter eingeflogen und zum Anstosspunkt abgeseilt. «Diese Aktion hat mir mein Piloten-Freund Hans Müller nach dem fünften Bier nach dem Skifahren einmal versprochen. Nun ist die perfekte Gelegenheit gekommen, das Versprechen einzulösen», sagt Keppler.

Gränichen qualifizierte sich dank eines 5:1-Siegs gegen Frick im Aargauer Cup für den Schweizer Cup.