Suhr

Wird die Chindsgi-Debatte schon an der Sommergmeind geführt?

Vorgezogene Chindsgi-Debatte an der Sommergmeind in Suhr?

Vorgezogene Chindsgi-Debatte an der Sommergmeind in Suhr?

Der Gestaltungsplan Suhr Süd soll Basis für Vierfachkindergarten am Schützenweg schaffen.

Wenn das von rund 40 Personen besuchte Infoforum vor drei Monaten ein verlässlicher Gradmesser war, könnte an der Suhrer Sommergmeind die Planung des neuen Vierfach-Kindergartens Schützenweg das Traktandum sein, das am heissesten gegessen wird. Genau genommen geht es allerdings erst um den Planungskredit für die Ausarbeitung eines Gestaltungsplans «Suhr Süd» mit Sondernutzungsvorschriften. Dafür soll die Gmeind 47 000 Franken bewilligen. Von der Planung betroffen ist das Gebiet am Schützenweg westlich von Gränicher- und Ringstrasse.

Aber eben: Hinter dem Ganzen steht die Absicht des Gemeinderates, den bestehenden Zweifach-Kindergarten auf der Westseite des Schützenwegs zugunsten eines Quartiertreffs aufzugeben und dafür auf der Ostseite einen neuen Vierfach-Kindergarten zu errichten. Dies im Bewusstsein, dass der bestehende Kindergarten die Schulraumbedürfnisse der südlichen Suhrer Quartiere, wo rund 2500 Menschen wohnen, nicht mehr zu decken vermag. Das infrage kommende, gut 11 000 Quadratmeter grosse Areal am Schützenweg befindet sich zu drei Vierteln im Besitz der Einwohnergemeinde und könnte durch Zukauf eines Einfamilienhauses arrondiert werden. Die Stiftung Töpferhaus ist daran interessiert, auf dem gleichen Gelände ein Wohn- und Arbeitsprojekt zu realisieren. Vorgegeben ist auch ein Gewerbeanteil.

Heikel sind die Folgen, welche die Errichtung eines Vierfach-Kindergartens für den Chindsgi-Standort Schmittengasse hätte. Dieser würde im Gegenzug zur Aufwertung des Standortes Schützenweg nämlich aufgehoben. Das wiederum bedeutet, dass die Schmittengasse-Kindergärtler neu den Schützenweg-Chindsgi besuchen müssten. Ihr Weg dorthin würde so länger und gefährlicher, müssten sie doch die Suhrer Hauptverkehrsachse, die Bernstrasse West, überqueren. Kommt dazu, dass die bisherige Klasse an der Schmittengasse hauptsächlich aus Schweizer Kindern besteht. In den beiden Schützenweg-Klassen dagegen hat es ausschliesslich ausländische Kinder.

Am Infoforum im Frühling mussten sich Gemeindevizepräsident Marco Genoni und Schulpflegepräsidentin Sonja Ihle denn auch einiges anhören wie: «Das könnt ihr nicht machen, das ist vollkommen daneben!» Ihle erklärte, im neuen Kindergarten Schützenweg gebe es eine bessere Durchmischung und die Integration der Ausländerkinder werde erleichtert. Seien diese unter sich, falle es ihnen schwer, Deutsch zu lernen.

Klar, am 22. Juni geht es erst einmal um den Kredit für den Gestaltungsplan Suhr Süd. Es ist aber gut möglich, dass es zu einer vorgezogenen Chindsgi-Debatte kommt. Vorgesehen ist, wie Marco Genoni seinerzeit ausführte, der Wintergmeind vom 23. November den Baukredit zu beantragen. Läuft alles rund, sollte der neue Kindergarten 2019 in Betrieb genommen werden können. In Suhr gäbe es dann noch drei Kindergartenstandorte: Feld, Steinfeld und Schützenweg.

Neuerungen bei der Bärenmatte

An der Sommergmeind haben die Suhrer Stimmberechtigten auch über einen Kredit zu befinden, der finanziell deutlich mehr ins Gewicht fällt. Für die neue Erschliessung und die Anpassung der Umgebung des Zentrums Bärenmatte sollen sie einen Ausführungskredit von 580 000 Franken beschliessen. Konkret geht es um die Anpassung der Parkplatzerschliessung, einen neuen Hauptzugang zum Parkplatz zwischen Bärenmatte und Hotel Bären (künftig direkt ab der Kantonsstrasse zwischen «Bären» und «Kreuz»), zusätzliche Veloständer sowie Hochwasserschutzmassnahmen.

Unbefriedigende Rechnung

Die der Sommergmeind zur Genehmigung vorliegende Rechnung 2016 bietet wenig Grund zur Freude: Sie schloss um rund 800 000 Franken schlechter ab als budgetiert. Bei einem Umsatz von gut 42 Millionen resultierte im Gesamtergebnis ein Aufwandüberschuss von 1,195 Mio. Franken. Budgetiert gewesen war ein Minus von 398 000 Franken. Das Budgetziel bei den Steuern natürlicher Personen wurde zum dritten Mal in Folge klar – um 757 000 Franken – verfehlt.

Bei einer – mit Blick auf anstehende Investitionen und die wünschbare spätere Schuldentilgung ungelegen kommenden – negativen Selbstfinanzierung von minus 277 000 Franken mussten die gesamten Nettoinvestitionen von 8,4 Mio. Franken aus fremden Mitteln bestritten werden. Der so resultierende Finanzierungsfehlbetrag von rund 8,7 Mio. Franken hatte zur Folge, dass aus dem vorher vorhandenen Nettovermögen neu eine Nettoschuld von knapp 3,75 Mio. Franken wurde. Für die Finanzierung der Investitionen wurde ein weiteres Fremddarlehen von 5 Mio. Franken benötigt.

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