«Nach 10 Jahren Raucherlokal ist es an der Zeit, in die Zukunft zu blicken», das steht auf den Tischkärtchen in der 90°-Bar an der Bahnhofstrasse in Aarau. Fünf Jahre sind seit dem neuen Rauchergesetz vergangen und in dieser Zeit, sagt Gayret, habe sich das Lokal verändert. «Früher haben hier einfach ein paar geraucht, nach dem neuen Gesetz fast alle.»

Die Zahl der Mittagessen habe rapide abgenommen, die Raucher seien oft nur für «Kafi-Zitig-Zigi» gekommen. «Es war trotz Lüftung auch für die Mitarbeiter nicht mehr tragbar», sagt Gayret.

Es geht auch ums Image

Schliesslich hat ihn zudem das Image der Bar zum Rauchbann bewogen: «Man wird auf den Aschenbecher reduziert», sagt er. Auch seien die Banker und Versicherungsleute nicht mehr zu Meetings ins «90°» gekommen. Zwar war das Lokal nie leer, aber dass die Raucher lange blieben und es ihr zweites Wohnzimmer war, war für Gayret geschäftlich nicht interessant.

«Der Wechsel ist ein Risiko», sagt er, «aber ich habe bis jetzt sehr gute Rückmeldungen bekommen. Manche sagen, ‹jetzt komme ich wieder zu euch›.» Der Wirt ist überzeugt: «Wer heute ein neues Restaurant baut, baut kein Fumoir darin. So ist nun mal der Zeitgeist.» Er selbst hatte die Wand im Lokal vor dem neuen Gesetz noch nach innen versetzt um das Maximum an 80 Quadratmetern für eine Raucherbeiz nicht zu überschreiten.

Jetzt zählt Gayret darauf, dass die Laufkundschaft wieder bei ihm einkehrt, und der Ausfall der bisherigen Stammkunden wettgemacht wird. Viele würden aber weiter kommen, ist er überzeugt und wie anderenorts einfach draussen rauchen. Das muss man in Aarau mittlerweile fast überall. Nur die «Waage», das «Scalo» und «Butcher Street Pub» in der Altstadt sind noch reine Raucherlokale. Auf den Geschäftsführer selbst hat die Änderung gute Auswirkungen: «Ich rauche viel seltener als vorher», sagt Gayret.

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