Trittst im Morgenrot daher
Wird an Schulen künftig jeden Morgen die Nationalhymne gesungen?

Die Schweizer Hymne als Start in den Tag. Das wünscht sich SVP Parteipräsident Thomas Burgherr. Zu viel des Nationalstolzes? Tele M1 mischte sich in Aarau unter die Schüler, um herauszufinden, wie diese darüber denken.

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Der Schweizerpsalm ist fix im Lehrplan integriert und wird den Schülern schon in der Primarschule beigebracht. Doch dies genügt SVP-Präsident Thomas Burgherr keineswegs. Jugendliche sollen jeden Morgen die Landeshymne in der Schule singen. So, wie das in vielen Ländern heute bereits zum Alltag gehört. Er ist überzeugt, dass ein solches allmorgendliches Ritual die «Identifikation mit unserem Land» und die Integration der vielen Ausländer in der Schule stärken würde.

Der ehemalige Lehrer und Grossrat der SP Aargau, Martin Christen, findet das blosse Heruntersingen der Hymne jeden Morgen einfach nur «hohl und unsinnig».

Doch wie kommt die Idee bei den Schülern an? Um das herauszufinden, mischte sich das Tele M1 in Aarau unter die Jugendlichen.

Eine Schülerin findet eine solche Aktion «amerikanisch und militärisch» und überhaupt nicht schweizerisch. Zu schweizerisch findet sie ein anderer Schüler. Gegenüber ausländischen Mitschülern wäre es unfair, nur die Schweizer Nationalhymne zu singen. Wieder andere würden in der Gruppendynamik mitmachen.

Ob die Idee zur Integration der Schüler beiträgt, einige eher benachteiligen würde, oder einfach nur Humbug ist, entscheidet vorerst jeder selbst. In naher Zukunft sieht es jedenfalls nicht so aus, dass Aargauer Schüler im Morgenrot in die Schule treten und dann sogleich den Schweizerpsalm trällern. (szu)