Stadtverwaltung

Wird Aarau künftig von fünf Profi-Stadträten regiert?

Der Aarauer Stadtrat am Maienzug

Der Aarauer Stadtrat am Maienzug

Die Stadtverwaltung könnte künftig neu in Departemente unterteilt werden – auch ohne die Grossfusion.

Schweizer Städte in der Grösse von Aarau organisieren ihre Verwaltung auf verschiedene Arten, grössere Städte hingegen setzen fast alle auf die Unterteilung in fünf Departemente, ähnlich wie die Kantonsverwaltung. Geht es nach den Einwohnerräten Nicola Müller (SP), Ulrich Fischer (Pro Aarau), Alexander Umbricht, Peter Jann (beide GLP) und Matthias Keller (EVP/EW), soll dieses Departementsmodell künftig auch in Aarau Einzug halten, das heute auf sieben Stadträte setzt, die sich die Verwaltungsressorts unter sich aufteilen. Die entsprechende Motion vom 9. Juli hat der Stadtrat nun beantwortet. Und dieser scheint dem Vorhaben nicht ganz abgeneigt zu sein.

Mit der Umstellung auf fünf Departemente könne man die Stadtverwaltung professionalisieren, heisst es in der Antwort. Kommen die Gemeindefusionen im Rahmen des Zukunftsraums zu Stande, soll die neue, grössere Stadt ohnehin unter dem Modell geführt werden. Die fünf Stadträte würden 420 Stellenprozente unter sich aufteilen. Für die Einführung des Modells rechnet der Stadtrat mit Kosten von 100000 Franken jährlich. Bei einer Grossfusion würden aber durch die Zusammenlegung der fünf Exekutiven an die 500000 Franken gespart.

Kommt der Zusammenschluss nicht, könnte Aarau die Organisation nach Departementen im Alleingang umsetzen. Dafür müsste der Einwohnerrat bis Ende 2021 die überarbeitete Gemeindeordnung gutheissen und das Volk 2022 den Entscheid an der Urne bestätigen. Während der Legislatur 2022 bis 2025 könnte die Verwaltung schrittweise in die neue Struktur überführt werden. Zum Start in die Legislatur ab 2026 wäre die Stadtverwaltung dann nach dem Departementsmodell organisiert und bei den Stadtratswahlen von 2025 könnten bereits die künftigen fünf Sitze vergeben werden. Eine Einführung bereits ab 2022 erachtet der Stadtrat als problematisch, vor allem, wenn der Zukunftsraum bejaht werden sollte: Dann würde die Stadtverwaltung zweimal hintereinander umgekrempelt: 2022 und dann bei der Umsetzung der Fusion 2026. (dvi)

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