Aarau

Wirbel um Verurteilung: So rechtfertigt sich der Aarauer Stadtschreiber

Daniel Roth: «Das Strafverfahren war nicht der Auslöser meiner Bewerbung»

Daniel Roth: «Das Strafverfahren war nicht der Auslöser meiner Bewerbung»

Der neue Stadtschreiber von Aarau nimmt Stellung zu den Vorwürfen, das Strafverfahren sei der Grund für sein Stellenwechsel.

Warum wird ein hochdotierter Chefbeamter des Bundes wie Daniel Roth ausgerechnet Stadtschreiber von Aarau? Musste er wegen des Urteils seinen Posten räumen? Oder geht er, weil Chefin Eveline Widmer-Schlumpf zurückgetreten ist?

Weder noch, sagt Roth auf Anfrage der az. «Ich habe mich Anfang Oktober auf die ausgeschriebene Stelle beworben, also vor den Parlamentswahlen und dem Rücktritt von Frau Widmer-Schlumpf.» Auch das Strafverfahren sei «nicht der Auslöser für meine Bewerbung»: «Das Verfahren läuft, seit ich meine jetzige Stelle beim Finanzdepartement (EFD) angetreten habe. Auch jetzt werde ich noch bis zum letzten Tag im EFD arbeiten – das wäre nicht so, wenn ich wegen des Verfahrens hätte gehen müssen.»

Die Gründe für den Wechsel nach Aarau lägen einerseits bei seiner Familie: «Ich lebe mit meiner Frau und den beiden Kindern im Alter von 9 und 11 Jahren in Aarau. Sie sehe ich natürlich häufiger, wenn ich in der Nähe arbeite. Zudem, so Roth, möchte er gerne «etwas Fassbareres» machen als bisher, wo er – so drückt er es für Laien aus – «Finanzinstitute wie Banken und Versicherungen reguliert».

Neben dem «Blick» hatte auch die Weltwoche gross über den Fall berichtet. Immer im Fokus: Daniel Roth. Dieser äusserte gegenüber den Medien mehrmals die Vermutung, das Ganze sei eine politisch motivierte Attacke vonseiten der SVP auf ihn als engen Mitarbeiter der BDP-Bundesrätin. «Eingestellt wurde ich aber noch von Hans-Rudolf Merz (FDP)», sagt Roth. Er selber ist Mitglied der CVP.

Dass das nun im Vorfeld seines Stellenantritts wieder Thema ist, bedauert Roth. 2014 hatte der «Blick» gross über den Fall berichtet. Roths Konterfei erschien auf einer Doppelseite. In dicken Lettern: «Alarmstufe Roth», «Amtsmissbrauch?» und «Veruntreuung?». «Woran denkt man da als Leser zuerst? Natürlich, dass ich ins Kässeli gelangt hätte», sagt Roth. Er selber habe damit umgehen können, dass er öffentlich an den Pranger gestellt worden sei.

Dass aber seine Frau und seine Kinder darauf angesprochen worden seien, habe ihn getroffen. Nichtsdestotrotz freut sich Roth auf seinen neuen Job: «Ich habe immer noch Spass daran, in der Verwaltung zu arbeiten. Und ich habe den Mut zum Entscheiden nicht verloren – das wäre nicht meine Art.»

Das sagt Aaraus Stadtpräsidentin Jolanda Urech zum Fall.

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