Während andere Gemeindebibliotheken mit gleichbleibenden oder sinkenden Zahlen kämpfen, ist die Bibliothek Buchs auf Erfolgskurs: 2015 wurden knapp 57 500 Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs, Hörbücher und Kassetten ausgeliehen. Das sind 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr und im Vergleich zu 2010 sogar 32,9 Prozent mehr.

Aktuell zählt die Bibliothek fast 1000 aktive Kunden, die täglich im Schnitt 217 Medien ausleihen – und das in einer Bibliothek, die täglich nicht mehr als zwei Stunden geöffnet und ganz schön in die Jahre gekommen ist.

Eben wurden wenigstens die Stolperfallen im Teppich ausgebessert, für alles andere hat der Einwohnerrat den Sanierungskredit gestrichen.

«Mit unseren Räumen können wir bei der Kundschaft nicht punkten», sagt Bibliotheksleiterin Doris Michel und lacht, «also müssen wir mit anderen Qualitäten überzeugen.» Andere Qualitäten, das seien die anmächelige Präsentation, eine einfache Orientierung und eine gute Beratung. «Wir nehmen uns viel Zeit für die Kunden und helfen bei der Suche.» Mit der Zeit lerne man die Vorlieben der Kunden kennen und könne den einen oder anderen Tipp geben.

Kinder begeistern

Michel erklärt sich den Erfolg zum einen mit dem Sondereffort für die Kinder. «Dank der vielen Veranstaltungen lernen die Kinder uns Bibli-Frauen kennen. Wir haben zu vielen Kindern einen guten Draht, sie kommen gern zu uns.»

Zu den Veranstaltungen zählt nicht nur die «Geschichten-Kiste» für die ganz kleinen Leser, sondern auch die «Bücherbande» für Erst- bis Drittklässler.

Für dieses Angebot wurde die Bibliothek Buchs ebenfalls 2015 als eine der vier innovativsten Bibliotheken im Aargau ausgezeichnet. Dazu kommt die enge Zusammenarbeit mit der Schule. Das Bibliotheksteam hat zwölf themenbezogene Klasseneinführungen sowie eine Themenwoche in den Sommerferien organisiert. «Unser Ziel ist es, dass die Kinder die Bibliothek als attraktives Freizeitangebot schätzen lernen», so Michel. Das klappt gut: Insgesamt wurden letztes Jahr knapp 24 000 Kinderbücher ausgeliehen, das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine weitere Steigerung der Gesamt-Ausleihzahlen führt Michel auf die E-Books zurück, die seit März kostenlos und von zu Hause aus heruntergeladen werden können (rund 1350 Ausleihen).

Um sage und schreibe 49 Prozent zugenommen haben die Ausleihzahlen bei den Zeitschriften: «Wir ändern unser Angebot immer wieder», sagt Michel.

Gerade seien die Leser sehr an Magazinen zu Wohnen und Einrichten interessiert, also abonniere sie auch solche Hefte. «Wir orientieren uns an der Kundschaft und sind sehr flexibel. Das ist unser Erfolgsrezept.»